Sonntag, 30. April 2017

12tel Blick, April 2017

Der April ist auch fast um und hat seinem Namen hier im Norden alle Ehre gemacht. Wir haben einen sehr verregneten, grauen, wolkigen  Monat hinter uns und ich hoffe, dass mit dem Mai auch der Frühling kommt. Die paar Sonnenstrahlen die wir bisher hatten, war definitiv zu wenig.



Mein Blick hat sich auch weiter sichtbar verändert. Der Baum hat schon zarte Blätter bekommen und drum herum ist es auch grün geworden.

Hier kommt mein Lieblingsgedicht über den April :


April! April!
Der weiß nicht, was er will.
Bald lacht der Himmel klar und rein,
Bald schau'n die Wolken düster drein,
Bald Regen und bald Sonnenschein!
Was sind mir das für Sachen,
Mit Weinen und mit Lachen
Ein solch' Gesaus' zu machen!
April! April!
Der weiß nicht, was er will.
O weh! O weh!
Nun kommt er gar mit Schnee!
Und schneit mir in den Blütenbaum,
In all den Frühlingswiegentraum!
Ganz greulich ist's, man glaubt es kaum:
Heut' Frost und gestern Hitze,
Heut' Reif und morgen Blitze;
Das sind so seine Witze.
O weh! O weh!
Nun kommt er gar mit Schnee!
Hurra! Hurra!
Der Frühling ist doch da!
Und kriegt der rauhe Wintersmann
Auch seinen Freund, den Nordwind, an
Und wehrt er sich, so gut er kann,
Es soll ihm nicht gelingen;
Denn alle Knospen springen,
Und alle Vöglein singen.
Hurra! Hurra!
Der Frühling ist doch da!


- Heinrich Seidel -

12tel Blick ist eine Idee von Tabea Heinicker





Mittwoch, 26. April 2017

Lissabon Tag 2

Am zweiten Tag in Lissabon, es war der Ostersamstag, haben wir einen echten Sightseeing Marathon hingelegt. Wir haben mit dem *Torre de Belém* angefangen, die liegt ganz im Westen der Stadt und ist am schnellsten mit der Regionalbahn zu erreichen. Doch das wussten wir nicht und sind mit dem Bus bis dorthin gefahren und das war echt anstrengend. Der Bus war zum bersten voll, und es war sehr heiß im Bus. Die Fahrt dauerte an sich nicht lange, aber mit der Regionalbahn ab *Cais do Sodré* wären wir schneller da gewesen. Wie auch immer. 

Als wir vom Bus ausstiegen, haben wir schon das Monument *Padrao dos Descobrimentos* sehen können. Diesen Monument ist als Andenken an die vielen Entdecker gewidmet, die Portugal hervorgebracht hat. An der Spitze steht Prinz Heinrich und dahinter reihen sich dicht gedrängt wichtige Persönlichkeiten jener Zeit :  Kapitäne, Könige, Astronomen, Kartografen und Schriftsteller.





Einpaar Schritte weiter waren wir auch schon am Ziel. Am *Torre de Belém*. Dieser wunderschöner Wehrturm erinnert an die Zeit, als die portugisischen Entdecker von hier aus in See stachen.



Dieser Turm ist wunderschön anzusehen. Wie ich gelesen habe, ist sie im manuelinischen Stil erbaut worden, sowie viele andere Sehenswürdigkeiten in Lissabon auch.

Die Manuelinik ist der früheste portugiesische Kolonialstil, und kann als eine Sonderform der Spätgotik angesehen werden, die um spanische, italienische, flämische Stilelemente sowie um maritime Ornamente (wie Schiffstauwerk) erweitert wurde. Inspiriert wurde sie durch die Reisen der Seefahrer Vasco da Gama und Pedro Alvares Cabral, deren Entdeckungen und Eroberungen Portugal seinerzeit einen besonderen Reichtum bescherten. Damit ähnelt der Stil dem Wesen nach anderen manieristisch anmutenden Stilen der ausgehenden Gotik (wie Flamboyant in Frankreich und England). Der Manuelinische Stil lebt in den Verzierungen der portugiesischen, spanischen, mexikanischen und kolonialen indischen Kunst weiter, die er beeinflusst hat. (Wikipedia).




Nachdem  wir beide Bauwerke ausreichend gesehen und fotografiert haben ging es weiter. Und zwar Richtung MAAT Museum (Museum of Art, Architecture and Technology), die lag auch auf unserer Strecke und war zu Fuß in einpaar Minuten zu erreichen. Mich hat die Architektur des MAAT Museums angesprochen. 





Sie fügt sich wie eine Welle in ihre Umgebung ein und ist in keinsterweise aufdringlich wie manch andere Museen. Das Dach ist begehbar und und die Fassade mit ihren 15.000 Kacheln reflektiert die Umgebung. Auch hier haben wir lange verweilt. Über eine Rampe sind wir auf das Dach des Museums gestiegen, und haben das Panorama genossen.

Nach einer kleinen Verstärkung in einem Cafe direkt an der Promenade mit einem Superblick auf die beiden Sehenswürdigkeiten, die wir noch im Visier hatten, ging es weiter. 

   

Unser nächstes Ziel war die Jesus Statue.

Die *Cristo Rei* wie sie hier genannt wird, lag auf der anderen Seite des Flusses, also nicht mehr in Lissabon, sondern in Almada. Es gab mehrere Verbindungen dorthin, Fähre oder Bus. Wegen Zeitersparniss haben wir einen Taxi genommen, und das war echt eine tolle Entscheidung, weil die Taxis sind überhaupt nicht teuer. Wir haben 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Weil über die Brücke des 25 April (Ponte 25 De Abril) wollten wir sowieso sehr gerne rüber fahren und es war die bequemste Art um zu der Jesus Statue zu gelangen.

Bezahlt haben wir nur 20 Euro (eigentlich 14,50 Euro plus 1,70 Euro für die Brückenmaut und Trinkgeld). 

 
Die Cristo Rei (Jesus Statue) ist in Lissabon von überall zu sehen. Mit geöffneten Armen ist die Statue auf die Stadt Lissabon zugewendet Sie ist auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses Tejo. Die Statue ist 28 Meter hoch und somit die siebthöchste Christusstatue der Welt. 




Wir haben sehr lange auf dieser Anhöhe gestanden und die Umgebung beobachtet. Man hat von hier  einen wunderbaren Ausblick über  Lissabon und über die Brücke des 25. April, die dem Golden Gate Bridge in San Francisco ähnelt. Sie ist auch von der gleichen Firma gebaut worden, der American Bridge Company und sogar der Stahl wurde aus Amerika imporiert.




Die Bauarbeiten begannen 1962 und waren 1966 beendet. Am Anfang hieß sie die *Salazar Brücke*, doch nach der Nelkenrevolution am 25. April 1974 wurde sie umbenannt.

Die Ponte 25 de Abril (deutsch: Brücke des 25. April) ist ein 3,2 Kilometer langer Brückenzug in Portugal mit einer 2278 Meter langen Hängebrücke über den Tejo. Sie ist weltweit, die drittlängste Hängebrücke mit kombiniertem Straßen- und Eisenbahnverkehr. Sie verbindet in Nord-Süd-Richtung den Lissabonner Stadtteil Alcantara mit der Stadt Almada. Über die Brücke führt in sechs Spuren die Autobahn. Unter den Einheimischen wird sie schlicht Ponte genannt.


Nachdem wir noch eine Stunde unter einem Olivenbaum zu Füssen Jesus gelegen und uns ausgeruht haben, sind wir wieder Richtung Lissabon aufgebrochen.

  
Diesmal haben wir den Bus genommen, der von der Statue direkt zum Fährterminal fährt. Zu unserem Glück fuhr die Fähre gleich nach dem Einsteigen los und wir waren in einer halben Stunde wieder da wo wir unseren Tag begonnen haben, in *Cais do Sodré*, der wichtigsten Zug-, Fähr- und Metrostation.



Von dort ging es direkt weiter in die Gassen von Bairro Alto.

In den Gassen gab es viele kleine Läden, die ich unter normalen Umständen alle nacheinander abergeklappert hätte, aber ich brauchte etwas süßes und einen Kaffee wollte ich auch trinken. Es gibt zwar den ganz berühmten Bäcker, der die berühmten Pasta de Nata herstellt, aber um den zu suchen hatten wir keine Lust, deshalb sind wir in die nächste Cafeteria rein gegangen und die köstlichen *Vaniliepuddingtörtchen* probiert.


Die haben köstlich geschmeckt. Ich kann es nur empfehlen, wenn ihr in Lissabon seid, dann unbedingt diese leckeren Törtchen probieren.

Dann ging es weiter, aber diesmal ohne Ziel. Einfach nur die Straßen entlang, die Häuser anschauen, deren Fassaden mit Kacheln gefliest waren, den Straßenbahnen ausweichen...




 ...und plötzlich standen wir vor diesen Treppen.



Wir liefen diese Treppen langsam schlendernd runter und haben dann diesen Ausblick.



Im nachhinein habe ich festgestellt, dass wir von der Oberstadt Baixa in die Unterstadt Chiado runter gelaufen sind.



Hier war einer der berühmten Plätze in Lissabon, der Praca de Dom Pedro IV, doch die Lissabonner nennen diesen Platz den *Rossio*.

Dieser Platz war ein zentraler Treffpunkt, hier gab es Cafes, Restaurants, einen wunderschönen Metro Eingang, Terrassencafes, Geschäfte etc.

In einem Geschäft gab es Sardinendosen mit verschiedenen Jahreszahlen und den wichtigsten Weltereignissen. Das war der Hit bei den Touristen, es wurden Mitbringsel in den jeweiligen Geburtsjahren der Liebsten gekauft. Ich fand,  es eine geniale Geschäftsidee!!!



Noch einpaar Fotos gemacht, bevor die Dämmerung hereinbrach.



Gegessen haben wir in einem zufällig gefundenen, typisch portugisischem Lokal mit einheimischer Küchen.  Es gab Stockfisch mit Kartoffeln in Olivenöl mit Salat. Leider habe ich die Vorspeise nicht fotografiert, ist mir eingefallen, als ich es schon verputzt hatte :)

Jedenfalls gab es eine riesen Krokette mit Käse, Brot und Oliven- genau mein Geschmack. Vorspeisen kommen in Portugal ungefragt an den Tisch und werden dann auch extra berechnet. Wer es nicht möchte kann es abbestellen.




Nach dem Essen haben wir zur Verdauung den gleichen Weg zurück genommen, aber nicht über die Treppen sondern sind die steilen Seitenstraßen hoch gelaufen.

Das war ein sehr anstrengender Tag. Im Hotel angekommen haben wir erstmal die Füße hochgelegt.

Unser dritter Tag in Lissabon war sehr entspannt. Wir waren in Cascais, am Atlantik. Doch davon erzähle ich in der nächsten Post.

Ich hoffe es war nicht langweilig, alles Gute