Sonntag, 1. September 2013

Mein Fliederbaum

Vor 4,5  Jahren als meine kleine Tochter vorausging, habe ich mich viel mit dem Thema "Tod" beschäftigt. Dabei stieß ich auf ein Buch von der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross. Sie beschrieb den Tod als ein Übergang zu einem anderen Leben. Deutlich hat sie es mit den Schmetterlingen gemacht :

" Man löst sich von seinem körperlichen Körper wie ein "Schmetterling von seinem Kokon"

Die Vorstellung, das wir Menschen auch nur unseren leblosen Körper verlassen und unsere Seele wie ein Schmetterling in ein anderes Dasein oder in eine andere Sphäre schwirrt, hat mir das Annehmen erleichtert.

Seitdem liebe ich Schmetterlinge sehr und wollte in unserem Garten eine Pflanze haben, welches Schmetterlinge anlockt.

So bin ich auf den Fliederbaum gekommen. Wir haben dann einen wunderschönen kleinen Fliederbaum gekauft und eingepflanzt und ich dachte: So Schmetterlinge, jetzt könnt ihr kommen.

Doch im ersten Jahr passierte nichts, die Pflanze wuchs nicht und natürlich blieben auch die Schmetterlinge aus...ich war so enttäuscht.

Im zweiten Jahr hat mein Mann einen radikalen Rückschnitt beim Fliederbaum gemacht, und siehe da, die Pflanze wurde lebendiger und wuchs und wuchs.

Dieses Jahr war meine Fliederbaum eine Augenweide, sie wuchs so schön und bekam wunderschöne lila Blüten.



Ich habe sie die ganze Zeit beobachtet und habe fast schon die ganzen Schmetterlinge gezählt, die tagein tagaus sich auf die Blüten niederließen und habe wirklich meine große Freude daran gehabt.

Manchmal habe ich sogar Prachtexemplare von einem Schmetterling fotografieren können, doch sind diese hübschen Wesen so scheu, dass meistens ihr Flügelschlag schneller war als mein Finger auf dem Auslöser.



Jetzt wo der Sommer zur Neige geht, kommen manchmal noch Schmetterlinge auf meinen Fliederbaum. Doch die Zeit ist um, die Blüten sind schon vertrocknet und bieten keinen Nektar mehr.

So wie alles im Leben ein Ende hat, so ist auch die Zeit, wo mein Fliederbaum blühte und Schmetterlingen und auch andere Insekten ernährte, vorüber.



Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Sonntag mit euren Liebsten, genießt die Zeit !!!

Papatya

Kommentare:

  1. Hallo Papatya,

    nachdem ich Deinen Kommentar bei mir gesehen (und es beantwortet) habe, war ich neugierig auf Deinen Blog. Ich habe ihn mir soeben von vorne bis hinten durchgelesen.
    Aber dieses Posting hat mich ganz besonders bewegt und ich musste jetzt hier was hinterlassen...

    Ich könnte jetzt viel...sooo viel dazu schreiben, aber bin grade sehr aufgewühlt, weiß nicht womit ich anfangen und womit aufhören soll...

    Es muss wohl das schlimmste auf der Welt für eine Mutter sein, sein Kind zu verlieren. Gerade als Mutter kann man es so gut nachvollziehen und ich wünsche es niemandem...
    Meine Mutter hat das auch erlebt. Ich habe meinen Bruder verloren, vor langen Jahren. Es war unser Ältester...
    Ich möchte eigentlich gar nicht lange herum'reden'. Ich habe gerade das Bedürfnis, Dich virtuell zu umarmen, auch wenn wir uns noch gar nicht kennen. Aber wir sind ja beide Türkinnen, du wirst es verstehen und es nicht als aufdringlich empfinden, hoffe ich:)

    Fühl Dich bitte umarmt. Mein tiefstes und herzlichstes Beileid...basin sagolsun...

    Ich habe Dich in meinen Blogroll aufgenommen und werde regelmäßig reinschauen, sobald Du einen neuen Beitrag veröffentlichst.

    Liebe Grüße, selamlar.
    Ayse

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  2. Hallo liebe Ayse,
    vielen Dank für deinen lieben Kommentar und ich finde es nicht aufdringlich, wenn du mich virtuell umarmst :)
    Der Tod eines Kindes löst bei sehr vielen Menschen Mitleid aus, ob man sich kennt oder nicht spielt keine Rolle, es ist einfach ein Alptraum vor dem sich jede Mutter fürchtet, und bei mit ist es leider wahr geworden. Ich wünsche es auch niemandem, allerdings wird mich deine Mutter sehr gut verstehen, haben wir doch das gleiche Schicksal.
    Ich freue mich darauf mehr von dir zu lesen.
    Ganz liebe Grüße
    Papatya

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