Dienstag, 29. Oktober 2013

Mein Freund, der Kastanienbaum...





Seit knapp 5 Jahren, besuche ich fast jede Woche diesen Kastanienbaum, manchmal sogar öfter und  ich kann die Jahreszeiten sehr genau an diesem Baum verfolgen.

Letzte Woche war ich wieder da und zum ersten mal ist mir die Idee gekommen, diesen wundervollen Baum zu fotografieren. Ich habe mich über mich selbst gewundert, warum ich nicht schon früher auf die Idee gekommen bin.

Dieser Kastanienbaum steht auf dem Friedhof und genau unter seinem Stamm, liegen sehr viele kleine Gräber von Babies und Kleinkindern bis 12 Jahren. Dieser Teil ist abgetrennt von den Erwachsenengräbern und wenn ich dort ankomme, drehen sich die Windräder um die Wette, die liebevoll von den Familien aufgestellt sind. Fast alle Gräber sind mit Blumen geschmückt, mit Stofftieren oder mit kleinen Mitbringseln.

Es ist immer sehr friedlich dort, im Sommer setzte ich mich meistens auf die Bank, und höre der Natur zu. Viele kleine Eichhörnchen laufen und klettern auf die Bäume, spielen miteinander.

Es ist ein Ort der Stille, des Erinnerns, des Betens, der Trauer. Es tut gut, die Augen zu schließen und an nichts zu denken. Je nach Jahreszeit, ändert sich auch meine Stimmung.

Im Frühling, wenn die Natur erwacht und mein Kastanienbaum seine grünen Blätter bekommt, ist es genauso schön, wie im Sommer, wo sie den Gräbern Schatten spendet und die aufgestellten Blumen schützt. Und jetzt im Herbst, trägt sie ein Kleid mit einem herrlichen gelbton.

Einmal, vor einpaar Jahren, als ich wieder ganz versunken in meinen Gedanken unter dem Baum stand, fiel mir eine Kastanie auf den Kopf; da wußte ich innerlich

 * dass war ein kleiner Gruß von Elira*







Kommentare:

  1. Ich bin jedesmal ergriffen, wenn ich in Deinen Beiträgen von Elira lese und mir steckt jedesmal ein Kloß im Hals...

    ...und ich weiß gerade echt nicht, was ich schreiben soll. Mir fehlen die Worte, und bevor ich irgendwas unnötiges von mir gebe, setze ich mich jetzt mal mit Dir unter diesen Baum und schaue ihn mir still und andächtig an....und bete.

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    1. Ah, liebe Ayse. Ich möchte dich mit meiner Post nicht traurig machen, aber ich erzähle von meinem Alltag, und der Gang zum Friedhof gehört dazu. Gebete sind gut, sie helfen das Leben zu strukturieren.
      Liebe Grüße

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  2. Kastanienbäume sind und waren schon immer meine Lieblingsbäume. Deine Geschichte von dem Baum, der die Kindergräber bewacht, hat mich gerade sehr berührt. So ein Ort, der Frieden und zugleich Lebenskraft ausstrahlt, kann sehr tröstlich sein. Danke für diesen schönen und liebevollen Post!

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    1. Liebe Brigitte, ich danke dir fürs lesen und kommentieren. Liebe Grüße

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  3. Ach ja irgendwie hat Ayşem recht aber ich weiss auch nicht wieso man diesen Kloss im Hals dann hat, eigentlich bist Du nicht nur mit deinen Gedanken da alleine sonder mit Deiner kleinen tochter Elira. Es ist nicht einfach, aber ich bin mir sowas von sicher, dass die Kleine immer bei Dir ist. Elira ist doch Dein Engelchen nun. Und mit dem fotografieren, guck mal hier (http://tabea-heinicker.blogspot.de/2013/01/projektauftakt-zeigt-her-eure-fotos.html) das waere doch was für Dich und Dein biricik Kastanienbaum, oder nicht? Eine ganz feste Umarmung von mir an Dich...

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    1. Liebe Dilek, danke für deine tröstenden Worte und deine feste Umarmung.
      Ich habe mir den Link angeschaut und werde dort vielleicht mitmachen.
      Ganz liebe Grüße

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    2. guck mal hier auch rein (http://theboxingduck.blogspot.de/2013/10/mein-freund-der-baum-9.html) söz ist das letzte gewesen nun. :-)

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    3. Sorry wie blöd von mir. den letzten Link den ich Dir eben so geschickt habe hast Du ja schon entdeckt. Hab ich irgendwie übersehen.

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  4. Ein schöner Beitrag und ein schöner Baum. Ich würde mich freuen, wenn du auch auf mein Projekt verweisen könntest. Danke fürs Verlinken. LG Rebekka

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  5. Dein Post und die ganze Geschichte, die dahinter steckt, bewegt mich sehr. So liebevoll und auch irgendwie so dankbar schaust du zurück. Das macht Mut und ich habe großen Respekt vor dir! Ich versuche, mit meinem Verlust klarzukommen. Ich lenke mich eher ab mit Arbeit oder mit tausend Sachen, mit denen ich mich so beschäftigen kann. Ich werde öfter bei dir vorbei schauen, um auch vielleicht mal eines Tages dankbar zu sein, für die Zeit, die ich mit meinem geliebten Menschen gehabt habe.
    Ganz liebe Grüße!

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    1. Liebe Trollblume, ich danke dir für die mitfühlenden Worte und gleichzeitig tut es mir sehr leid, dass auch du einen lieben Menschen verloren hast. Dein Schmerz ist sicherlich sehr groß und auch vielleich sehr frisch, denn um dankbar zurückblicken zu können, braucht man Zeit. Bei mir sind es fast 5 Jahre. Ich konnte sehr lange darüber nicht reden, oder schreiben, erst nach und nach. Es gibt den berühmten Satz "die Zeit heilt alle Wunden", am Anfang mochte ich diesen Satz nicht hören, und es stimmt auch nicht. Die Zeit heilt die Wunde nicht, die Wunde ist immer da, manchmal sehr schmerzhaft und manchmal in sich Ruhend - aber sie ist immer da. Was die Zeit bewirkt hat ist, dass ich gelernt habe mit dem Schmerz zu leben, dass ist nicht einfach aber es ist machbar. Ich möchte dir Mut machen. Irgendwann wirst auch du dankbar zurückblicken, da bin ich mir sicher. Wenn du magst, kannst du mir auch gerne darüber schreiben, ich bin eine gute Zuhörerin.
      Fühl dich lieb umarmt. Alles Gute

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