Dienstag, 25. März 2014

Richtfest auf einem Hausboot....

Richtfeste sind ja in meinem Beruf nichts neues mehr. Ich war schon auf zig Richtfesten und die meisten habe ich auch schon wieder vergessen, weil sie sich irgendwie immer ähneln. Letzte Woche waren wir auf einem Richtfest von einem Hausboot und ich muss zugeben, den werde ich nicht so schnell vergessen ;-)

Das Hausboot liegt am Norderkai-Ufer im Mittelkanal in Hamburg-Hammerbrook. Ein befreundeter Architekt hat an der Ausführungsplanung mitgewirkt und hatte uns eingeladen. Der Bauherr, auch ein Architekt, wird später in diesem Hausboot leben.



Leider hat das Wetter nicht mitgespielt, es hat die ganze Zeit über geregnet, mal mehr mal weniger...(nerv). Als die Zimmermänner ihre Rede hielten, hat es komischerweise für eine kurze Zeit aufgehört zu regnen.








Ein ca. 23 m langer und 5 m breiter "Rohr" mit der Idee "Wohnen auf dem Wasser - im Alltag über dem Wasser gleiten, schweben" ist sehr modern und spacy umgesetzt worden. Die ovale Form des Hauses ist den Brücken in Hamburg nachempfunden worden und nimmt somit Bezug auf die Mobilität unserer heutigen Zeit.

Allerdings täuscht der Name, weil es ist kein Boot in dem Sinne, das Haus liegt auf einem schwimmenden Stahbetonponton und wird nicht mehr bewegt.





Wir befinden uns 50 cm über Wasserspiegel und das ist ein ganz tolles Gefühl, fast so wie auf dem Wasser zu gehen. Die Nordseite, zum Kaimauer hin ist das Hausboot geschlossen mit wenig Öffnungen. Die Südseite jedoch, zum Wasser hin, erstreckt sich mit vielen Fenstern und Glasflächen die aus der Form herausragen und dem ganzen ein sehr plastisches Aussehen verleihen.Schade nur, dass das ganze Boot noch abgedeckt war, um die ganze Holzumhüllung zu schützen, deshalb konnte man nur von den Stirnseiten raus schauen, und  da war die Aussicht gigantisch schön.



 Im Inneren ist "die Tube" ich finde das ganze sieht aus wie eine Tube, obwohl der Architekt seinen Werk  "Schwan" getauft hat, in einer Holzbau Rippenkonstruktion ausgeführt worden. Da das ganze sich noch in der Rohbauphase befindet, sieht man die einzeln gebogenen Leimbinder noch sehr deutlich. Später, wenn der Innenraum verkleidet wird, sieht man vom Holz nichts mehr, was ich sehr schade finde.




Es gab Live-Musik, Essen und Trinken und natürlich darf Bier auf keiner Baustelle fehlen :-)


Hier noch einpaar Details vom Gerüst rundum das Haus.




Diese Gästeliste wird später nicht mehr sichtbar sein, wenn das ganze gedämmt wird. Aber wir haben uns trotzdem verewigt ;-)



Ich möchte euch noch zwei andere Hausboote zeigen, die eine ist schon fertig und wird von einer Krankenkasse als Versammlungsort genutzt.



Das andere Hausboot ist fast fertig und wird später als Wohnraum genutzt werden.


Das war meine 100. Post und ich hoffe es hat euch genauso viel Spaß gemacht wie mir. Wie gesagt, als Architekt hat man (noch) auch nicht so oft die Gelegenheit, an einem so interessanten Projekt teilzunehmen.

Jedoch wird es in Zukunft mehr solche Wohnmöglichkeiten geschaffen werden. Die Stadt Hamburg fördert und unterstützt den Bau von Hausbooten und ich denke es ist eine tolle Möglichkeit andere Wohnideen zu etablieren.

Zum Schluß noch eine Idee von unserem Freund, welches mir sehr gefallen hat. Das ist die Eingangstür zum Hausboot, und die Gucklöcher sind der Größe nach geordnet, sprich: Mann, Frau und Kind ;-)


Das Haus wird aller voraussicht nach gegen Ende des Jahres einzugsfertig sein. Ich werde euch dann noch einmal berichten und vom fertigen Haus Bilder zeigen.

Bis bald...








Kommentare:

  1. Papatya Eliram was für eine tolle Idee das ist! Ein Haus auf`m Wasser zu haben, aber ich hätte gerne noch eine riesen Terrasse gerne, für meine ganzen Pflanzen und als Garten Ersatz. Uiii ich würde es echt sehr spannend finden auf`m Wasser zu leben. Falls ich mal reich werden sollte (was wahrscheinlich unmöglich ist) werde ich mir auch ein Hausboot bauen lassen. Naja zu erst mal davon träumen ist angesagt, auch schön :-)

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    1. Gib' die Hoffnung nicht so schnell auf, liebe Dilek, vielleicht gewinnst du ja mal im Lotto und dann bist du reich :-)
      Laß uns zusammen von einem Hausboot träumen....
      Ich glaube die Kosten bewegten sich im Rahmen, aber auch nur, weil der Bauherr selber Architekt ist und somit sein Honorar wegfällt.
      Liebe Grüße

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  2. Ich glaube, ich habe mal eine TV-Reportage darüber gesehen. Es kommt mir sehr bekannt vor. Abgedrehte Idee. Aber ein Hausboot, daß auch herumfahren kann würde ich persönlich bevorzugen.

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    1. Ja, dann muss man es als Boot bauen, weil dann alles tiefer gelegt werden muss, um unter den Brücken durch zu passen :-) Ich glaube dafür braucht man auch einen "Schiffsführerschein". Ich stelle es mir auch schön vor, mit seinem Haus zu verreisen und nur dort anzulegen, wo man es möchte. Hat so ein Gefühl von Freiheit.
      Liebe Grüße

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  3. Das muss ein tolles Gefühl sein, auf so einem Boot zu leben.
    Toll sieht es jetzt schon aus.
    Wir haben in HH mal an so einem Kanal gewohnt, da war ein Hausboot zu einem Restaurant direkt vor dem Hotel umgebaut worden. Das war auch wunderschön.
    Dir einen schönen Tag, liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ich habe mal vor Jahren in Amsterdam in einem Hausboot-Hotel übernachtet (in Amsterdam gibt es glaube ich die meisten Hausboote in Europa) und es hat in der Nacht minimal geschaukelt. Meinen Eltern ist damals schlecht geworden, ich fand es nicht so schlimm, konnte es vertragen.
      Weiß du noch wie das Restaurant hieß? Wäre für uns mal was neues zu entdecken. Ich wünsche dir auch eine schöne Restwoche.
      Liebe Grüße

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  4. Was für eine aufregende Behausung!
    Aber ist das denn wirklich so ohne weiteres erlaubt, am Kanal so etwas bauen zu lassen? Weil es ja auch fest ist und nicht mobil. Aber toll find ich sowas allemal. Bin gespannt auf die fertigen Bilder!

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    1. Es ist nicht nur erlaubt, es ist sogar erwünscht von der Stadt. Der Bauherr hat sogar ein Nutzungsrecht für die Anlegestelle von ca. 20 Jahren bekommen. Hamburg erlebt gerade einen Boom was das Thema "Wohnen und Wasser" betrifft. Es ist sogar ein neuer Stadtteil entstanden "Hafen City". Dort wird wie verrückt gebaut (meistens Bürogebäude) aber auch Wohnungen für jedermann. Ich glaube in der nächsten Zeit werden Hausboote überall wie Pilze aus der Erde schießen. Wie ist es denn bei euch? Ihr habt doch den Rhein, also gibt es auch Kanäle!
      Liebe Grüße

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    2. Ach sorry, ich glaube dort wo du wohnst fließt der Rhein gar nicht :-)

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    3. Wouw...sehr interessant.

      Bei uns, direkt in der Nähe, gibt es den Rhein nicht. Aber in Düsseldorf z.B. , ist ca. 60 km von uns entfernt. Weiß nicht, wie es das so ist mit den Hausbooten. Habe bis jetzt noch keinen live gesehen.

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  5. Also das Hamburg Hausboote fördert, das halte ich für ein Gerücht. Das ist eine Aussage die einfach nur so dahergesagt ist, die Realität sieht anders aus. Für ein unbewegliches Hausboot sind für Ottonormalverbraucher unzählige Genehmigungen notwendig. Wenn man da nicht wie in diesem Fall selber Archtitekt ist, dann ist das fast eine nicht lösbare Aufgabe. Anders sieht es bei Hausbooten aus, welche als Sportboot gelten. Hier ein schönes Beispiel http://www.luxusyacht-kaufen.de/?post=stardust-cruisers-cat-daddy-hausboot denn dann entfallen Statiknachweise und andere Baugenehmigungen. Das Internet ist jedenfalls voll von Hausbootbesitzern denen von den Behörden das Leben schwer gemacht wird, sofern es sich um unbewegliche Modelle handelt. Das sollte man vorher beim Kauf berücksichtigen.

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  6. Hallo Daniel, ( wenn das dein richtiger Name ist)
    du kannst es für ein Gerücht halten, ich weiß es aus erster Hand, dass die Stadt Hamburg Hausboote fördert. Es ist nicht nur so daher gesagt, sondern recherchiert bevor ich diesen Beitrag schrieb. Natürlich gibt es Richtlinien die eingehalten werden müssen, dass ist nichts außergewöhnliches muss man beim normalen Hausbau auch. Ich denke du willst hier nur Reklame für deine Seite machen wo super teure Hausboote angeboten werden, die sich Ottonormalverbraucher erst recht nicht leisten können. In dem Sinne. Bleib bei deiner Sache und mache die nicht beweglichen Hausboote nicht schlecht.

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