Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohe Weihnachten....



... wünsche ich allen meinen Lesern, Freunden und Nachbarn. 
Habt eine schöne Zeit mit euren Familien und genießt es.


Bis bald....



Samstag, 19. Dezember 2015

Gewonnen....

Sicherlich kennt ihr Claudine und ihren schönen Blog *Merlanne*, dort schaue ich immer sehr gerne rein, weil es bei bei ihr sehr vielseitig ist. Nicht nur ihre DIY, sondern auch ihre tollen Rezepte und auch die Fotos inspirieren zum nachmachen.

Nun hat *Merlanne* ihren zweiten Bloggeburtstag gefeiert, und ich habe diese tollen Taschen gewonnen, worin man so herrlich Geld, DVD, Fotos, Karten etc. verschenken kann.

Sie eignen sich nicht nur zum verschenken, man kann auch eigene Dokumente darin aufbewahren, wie die Pässe, Reiseunterlagen etc.

Merci Merlanne.


Montag, 14. Dezember 2015

Türkei, meine schöne Heimat...


Ich bin wieder zurück aus meiner schönen Heimat, mit noch ganz vielen verschiedenen Gerüchen in der Nase und schönen Eindrücken.

Die Heimat ist nicht nur dort wo man lebt und seinen Lebensmittelpunkt hat, Heimat ist auch die Stadt, das Haus, die Straßen, das Vergangene, das Erlebte,  die Menschen denen man etwas bedeutet, das Land, was mein Herz berührt

Ich empfinde immer ein tiefes Glücksgefühl, wenn ich aus dem Flugzeug steige, und um mich herum nur türkisch gesprochen wird, oder die Leuchtreklamen türkisch sind. Das die Simitverkäufer weiterhin ihre Ware auf den Köpfen balancieren. Dann die Massen an Menschen, an denen man sich durchzwängen muss um voran zukommen. Der Taxifahrer, der gleich losrast, als wäre er ein Formel Eins Fahrer, und ständig hupt, obwohl es nichts zu hupen gibt. Die Straßen sind ein Chaos, es gibt einfach zuviele Autos! Das ständig im Stau stecken bleiben, daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Dass sind meistens Begebenheiten, die die Touristen abschrecken. Mich aber nicht, ich genieße es....
komme ich doch aus einer deutschen Großstadt, mit einem vorbildlich geordneten Straßenverkehr. Ich liebe beides.

Heimat ist auch da, wo man geboren , aber nicht aufgewachsen ist.
Heimat sind die Eltern, die nicht mehr in Deutschland leben, die man aber öfter sehen möchte.
Heimat ist das Essen, was man hier nicht bekommt.
Heimat ist Balsam für die Seele eines Menschen

Wir, die Kinder der ehemaligen Gastarbeiter, die zweite Generation, werden immer zwei Heimate (wie ist die Mehrzahl von Heimat???) in unseren Herzen haben. Einmal das Geburtsland, das andere wo man aufgewachsen ist.

Ich habe eine alte Freundin wieder getroffen, auch ein ehemaliges Gastarbeiterkind der 2. Generation, die mit 15 Jahren wieder in die Türkei zurück gekehrt ist, weil die Eltern, Mitte der 80'er Jahre für immer zurück gekehrt sind. Diese Freundin ist heute Dozentin der Deutschen Sprache, Grammatik und Kultur an einer renommierten Universität in der Türkei. Sie hat nur positive Erinnerungen an ihre Heimat, Deutschland, ihrem Geburtsland, wo sie zu Welt kam.

Ich habe während meines zweiwöchigen Aufenthalts in der Türkei, mich viel mit meiner Familie und unserer Vergangenheit beschäftigt. Habe viele Fotoalben durchwühlt.  Die Gespäche mit meinen Eltern waren sehr berührend. Mein Vater hat seine Beweggründe erzählt, warum er damals nach Deutschland gegangen ist, obwohl er eine Arbeit in der Türkei hatte. Es sind Geschichten, die jeder Mensch mit sich trägt. Auch Jahre nach seiner Rückkehr in die Türkei, bewegt es ihn zu erzählen, wie er bei dem Auswahlverfahren gezittert hat, weil er Angst hatte, einen Fehler zu begehen und nicht zu den Auserwählten zu gehören. Oder wie glücklich er war, als er seinen Bescheid bekam, dass er nach Deutschland einreisen durfte. Damals wusste er noch nicht, dass er für die nächsten 31 Jahre in einem Land leben würde, dass seine zweite Heimat werden würde.
Die Anfangsschwierigkeiten die sie hier hatten, haben sie sehr lange verdrängt und erzählen jetzt, Jahre später, mit einem lächelnden und einem weinenden Auge. Zum Beispiel die Geschichte, wie meine Mutter, meinen kranken Bruder zur Schule brachte obwohl er Röteln hatte. Da sie nicht wusste, wie sie ihn abmelden musste, hat sie das kranke Kind in die Schule begleitet. Als die Lehrerin in den Klassenraum kam, hat sie einfach den Pulli von meinem Bruder hochgezogen um der Lehrerin zu zeigen, was Sache war. Die Lehrerin, Frau Burckhardt eine tolle Frau, hat sie nach Hause geschickt und gesagt, er soll wiederkommen, wenn er gesund ist. Verstanden haben sie sich, obwohl meine Mutter keinen Wort deutsch sprach. Das hat sich nachher natürlich geändert.
 
Ich liebe diese Geschichten aus unseren Anfängen hier in Deutschland. Zum Glück sind unsere Geschichten nicht so dramatisch und gefährlich, wie wir es jetzt von den Syrern hören - aber es sind Schicksale die uns verbinden, nämlich mit Deutschland - unserer Heimat.

In dem Sinne....





Donnerstag, 10. Dezember 2015

12 tel Blick, November 2015

Im Wandel der Jahreszeiten, 
wird Monat für Monat 
das gleiche Motiv 
aus der gleichen Perspektive beobachtet.




Da ich im November verreist war, reiche ich meinen Blick für den Monat November so spät ein.

Bald ist es geschafft, und wir haben die zwölf Monate mit ihren 4 Jahreszeiten durch. Hoffentlich liegt bald Schnee, dann könnte ich auch eine weiße Landschaft zeigen und hätte dann alle 4 Jahreszeiten in meiner Galerie bildlich festgehalten.


12tel Blick ist eine Idee von Tabea Heinicker.  








Mittwoch, 4. November 2015

Herbstimpressionen...

Ich mag es sehr gerne, wenn die Blätter ihre Farben von Grün in Gold oder Kupfer wechseln und die Sonne über sie strahlt.

Im Herbst gehe ich sehr oft auf den Friedhof. Wie der Name schon sagt, ist es so friedlich und ruhig dort. Auf einer Bank, die die Friedhofsgärtnerei extra für mich aufgestellt hat, sitze ich und genieße die Stille.

Das vergesse ich diesen Menschen nie. Damals vor knapp 7 Jahren ging ich zur Friedhofsleitung und klagte ihnen mein Leid, dass ich gerne länger am Grab von meiner Tochter verweilen würde, aber das es dort keine Sitzgelegenheiten gibt.

Man hat mich ernst genommen, und ganz behutsam erklärt, dass es zwar bisschen dauern würde, aber sie würde dort am Wegrand, von wo man den Blick auf die Kindergräber hat, aufstellen. Und tatsächlich, 4 Wochen später stand da eine Parkbank - ich war so gerührt!

Wie gesagt gehe ich im Herbst sehr oft dorthin und sitze dort und beobachte die Natur. Es ist so ruhig dort, dass man die Blätter auf den Boden fallen hört, oder wenn es windig ist, hört man ihr rascheln.

Meine Freunde, die Eichhörnchen, sammeln fleißig ihre Nüsse für den Winter, und verstecken sie voneinander. Der Kastanienbaum, wirft manchmal eine Kastanie ab und es fällt ganz dumpf auf den Boden und platz auf. Die mag ich am liebsten, weil die Kastanien noch so beschützt sind, durch ihre Hülle, so sauber und rein.

Manchmal kommen mir die Tränen dort, still und leise...






















Sonntag, 1. November 2015

12 tel Blick, Oktober 2015

Im Wandel der Jahreszeiten, 
wird Monat für Monat 
das gleiche Motiv 
aus der gleichen Perspektive beobachtet.



Jeder Monat hat seine schönen Farben, so auch der Oktober. 
Der Herbst ist da, die Blätter haben ihre Herbstfarbe angenommen und 
die Natur fährt den Wachstum runter. 
Man sieht den Teich wieder, der im letzten Monat noch vedeckt war.
Die Tage werden wieder kälter, die Sonnenstrahlen weniger.
Genießt den Herbst.


12tel Blick ist eine Idee von Tabea Heinicker. 



Dienstag, 27. Oktober 2015

Aşüre / Arche Noah Dessert

Also, es war einmal ein Prophet der hieß Noah......

...als die Sintflut vorüber war und die Arche auf dem Berg Ararat gestrandet war, ließ Noah alle noch an Bord befindlichen Nahrungsmittel zusammen tragen und kochte zur Feier des Tages eine Süßspeise, die Aşüre, und teilte sie mit den anderen Überleben der Sintflut.




Und an Anlehnung an diese Geschichte wird die Aşüre Süßspeise am 10. Tag des islamischen Monats Muharrem in großen Töpfen gekocht und an mindestens 7 Familien / Nachbarn verteilt. Es müssen mindestens 7 verschiedene Zustaten beinhalten.

Wir sind jetzt mitten drin, im Muharrem Monat und meine Schwägerin hat wieder, wie jedes Jahr auch,  Aşüre gekocht und uns einen kleinen Schüssel mitgebracht.

Seit meine Mutter nicht mehr hier lebt, hat meine Schwägerin diese ehrenvolle Aufgabe übernommen und verwöhnt uns jedes Jahr damit.

Ich esse Aşüre sehr gerne, bin aber auch die einzige die es gerne mag. Mein Mann und meine Söhne mögen es nicht und deshalb lohnt es sich auch nicht, dass ich es lerne und nachkoche.

Die Zutaten sind bekannt Weizen, Bohnen, Kichererbsen etc. doch es kommt beim kochen darauf an, dass das ganze nicht zermatscht und eine bräunliche Farbe annimmt. 

Also ich für meinen Teil, lasse mich weiterhin verwöhnen, aber wenn jemand nach kochen möchte, bitte hier das Rezept :

Zutaten:


125 g Weizenschrot
 50 g weiße Bohnen
 50 g Kichererbsen
 50 g Reis
200g Zucker
 50 g Sultaninen
 50 g Aprikosen
 50 g Feigen
 50 g Süße Mandeln
 50 g Walnußkerne
1 Granatapfel
2 EL Rosenwasser
2 EL Stärkemehl


1)      125 g Weizenschrot in reichlich Wasser

2)      50 g weiße Bohnen in reichlich Wasser

3)      50 g Kichererbsen in reichlich Wasser

am Vortag getrennt einweichen.

Weizen mit reichlich Wasser 5-6 Std. bei mittlere Hitze kochen.

Die weißen Bohnen, Kichererbsen und den Reis ca. 1 1/2 Std. in reichlich Wasser kochen.

Auf einen dritten Topf ein feines Sieb legen.

Weizen, Bohnen, Kichererbsen und Reis in den Sieb gießen.

Die aufgefangene Flüssigkeit auf 1 L ergänzen.

Mit 200g Zucker aufkochen, köcheln, bis sich der Zucker aufgelöst hat.

2 EL Stärkemehl anrühren und dazugeben.

Den Inhalt des Siebs zufügen

Aprikosen, Feigen, Mandeln, Walnußkerne hacken und zufügen

Die Sultaninen mit 2 EL Rosenwasser zusammen hinzufügen und 20 Minuten köcheln lassen

In Dessertschalen füllen und abkühlen lassen.

Mit Granatapfelkernen und Nüssen dekorieren.


So, das war's. Und wenn ihr diese Leckerei dann an 7 verschiedene Familien und Nachbarn verteilt, dann habt ihr den Sinn des Aşüre kochens erfüllt.

Afiyet olsun, Guten Appetit !




Freitag, 23. Oktober 2015

Peru

Halloooo,

schön da ihr noch da seid!  Wie ich sehe, sind einige Follower abgesprungen, aber so ist es in der heutigen Zeit - immer up to date, oder man ist raus! 

Es gibt immer so viele Veränderungen, das ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Doch das aller wichtigste, mein Sohn ist gesund in Peru angekommen!

Er ist letzte Woche nach Peru geflogen, zu seiner Freundin, die für ein Jahr dorthin gezogen ist. Der Flug hat 12 Stunden gedauert, und ich saß vor dem Bildschirm, und habe live verfolgt, wie das Flugzeug den Atlantik überquert hat!
Ja echt, es gibt wirklich unglaubliche Seiten im World Wide Web, die ein Segen, aber gleichzeitig auch ein Fluch sein können. Ich saß stundenlang davor und habe beobachtet, wie das Flugzeug aus Paris Abflog, über die Azoren, Venezuela, Kolumbien endlich in Lima gelandet ist. 

Die Landung habe ich nicht mehr mitgekriegt, ich bin eingeschlafen. Irgendwann, mitten in der Nacht bin ich aufgewacht und habe nur noch das Wort *gelandet* gelesen (Gott sei dank!).

Diese Bilder hat mein Sohn heute über WhatsApp geschickt! :
Posen nach einem anstrengenden Tag!
 

Gletscher in den Anden

Machu Picchu

Machu Picchu, gigantisch schön!!!


Ein Alpaka
Die herrlichen Farben.....
Mit Peru verbindet meinen älteren Sohn und mich sehr viel und liegt Jahre zurück. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich mit dieser Reise ein Kreis sich schließt.

Vor Jahren, als Sohn 1 geboren wurde, war ich eine Architektur Studentin, die noch in den Anfängen ihres Studiums steckte. Das Studium war sehr Zeit intensiv (welches Studium eigenlich nicht!) und ich habe nach der Geburt zwei Semester pausiert und wollte dann, wieder peu à peu zurück an die Uni.

Damals ging es meiner Mutter gesundheitlich gar nicht gut, deshalb fiel sie als Betreuerin für meinen Sohn aus. Just gerade als ich mich umhörte, wo ich meinen Sohn unterbringen konnte, wurde an unserer Uni eine Ganztagsbetreuung Angeboten. Und zwar von einer Mutter, deren Ehemann bei uns studierte.

Dass tolle war, man hatte einen unbenutzten Raum im Hauptgebäude umgebaut, frisch gestrichen und kindergerecht ausgestattet. Alles war bereit, man wartete jetzt auf die Kinder!

Ich glaube, ich war die erste, die ihr Kind mit an die Uni brachte und es dann zur Betreuung bei der lieben M. abgab. Für mich war es sehr praktisch. Wir fuhren morgens zusammen los, ich brachte ihn zur *Tagesmutter* und konnte im Anschluß direkt zur Vorlesung gehen.

Dann in den Pausen waren wir wieder zusammen. Ich habe ihn gewickelt und gefüttert und nach den Vorlesungen habe ich ihn abgeholt und wir fuhren wieder zusammen nach Hause.

Das war für mich so genial!  1 1/2 Jahre lang, bis mein Sohn mit 3 Jahren in den Kindergarten kam, lief unsere Tag so ab.

M. war eine tolle Frau! Selbst Mutter von zwei Kindern, kam sie jeden Morgen mit ihrem Mann zusammen an die Uni und passte auf ihre eigenen Kinder auf, und nebenbei auch auf unsere Kinder.

M. kam aus Peru, und war Lehrerin und konnte sehr gut mit Kindern umgehen. Ich hatte immer ein gutes Gefühl, wenn ich meinen Sohn ihr überließ. Sie sprach mit ihren Kindern spanisch und mit meinem Sohn deutsch. Ganz nebenbei lernte er auch spanisch und wiederholte oft Wörter die er hörte wie z,B. *venga, venga*

M. hat viel von ihrer Heimat erzählt und oft hatte sie Besuch von ihrer Mutter oder auch von ihren Geschwistern, die sie dann auch mit brachte. Peru war zwar sehr weit weg, wurde aber uns sehr vertraut duch M. und ihre Familie.

Ich hätte nie im Leben gedacht, dass mein Sohn 18 Jahre später M.'s  Heimat besuchen würde! So ist das Leben, sie steckt voller schöner Überraschungen.

Alles Gute...









Donnerstag, 1. Oktober 2015

12 tel Blick, September 2015

Im Wandel der Jahreszeiten, 
wird Monat für Monat 
das gleiche Motiv 
aus der gleichen Perspektive beobachtet.




Der September ist ein herrlicher Monat, ich liebe den September! Und dieser September war wirklich sehr schön, wettertechnisch. Wir haben sehr viele sonnige Tage gehabt, und das ist für den Norden nicht jedes Jahr vergönnt.
Mein Blick hat sich auch wieder verändert, die Hecke und die hinteren Bäume haben ihre Herbstfarben bekommen.
Ja, tatsächlich der Herbst ist da!!!


 So sah es im August aus :





12tel Blick ist eine Idee von Tabea Heinicker. 




Mittwoch, 16. September 2015

Dies und Das...

Hallo Ihr Lieben,

bei uns passiert so viel im Moment, dass mir die Zeit zum bloggen fehlt. So ganz mag ich meinen Blog auch nicht aufgeben, deshalb werde ich wohl nur ab und zu etwas posten. So auch jetzt. 

Bei mir machen sich die kleinen Wehwehchen bemerkbar, die das Alter mit sich bringt. Ich sehe nicht mehr so scharf, deshalb habe ich jetzt eine Lesebrille bekommen - aber ich habe mich noch nicht daran gewöhnt, und bin ständig auf der Suche, wo ich sie habe. 

Meine Zähne waren bis jetzt immer schmerzfrei - doch seit letzter Woche hat sich das auch geändert. Ich habe ganz plötzlich solche Zahnschmerzen bekommen, dass ich sofort als Notfallpatient bei meinem Zahnarzt gelandet bin. Ich habe eine Wurzelbehandlung bekommen, dass erste mal in meinem Leben! Und hinterher ging es mir auch nicht besser, ich nehme seit 5 Tagen hochdosierte Schmerztabletten, die dann nur eine kurze Zeit helfen. Morgen habe ich wieder einen Termin :(

Zum Glück geht es den Kindern gut :) 

Der ältere Sohn hat noch Semsterferien und lässt es sich bei *Hotel-Mama* gut gehen. Es ist toll, wenn die Familie komplett ist, ich genieße es mit den Kindern zusammen zu sein, gemeinsam etwas zu unternehmen. Doch leider dauert es nicht mehr lange, dann muss der Ältere wieder zurück weil die Uni wieder los geht. So sehr ich ihn vermisse, möchte ich das letzte Jahr nicht missen. Mein Sohn ist sehr selbständig geworden, organisiert jetzt sein Leben alleine - hier und da benötigt er unsere Hilfe, aber im Großen und Ganzen  hat es ihm sehr gut getan, in einer anderen Stadt zu studieren.

Bald geht er auf Reisen, zu seiner Freundin nach Peru, das wird eine Zitterpartie für uns aber, so sind die lieben Kleinen, wenn sie älter werden, gehen sie ihre eigenen Wege.

Der jüngere Sohn ist jetzt auch schon fast 4 Jahre alt. Und ich frage mich, wo die Zeit geblieben ist?
Er ist sehr aufgeweckt, lässt sich nicht mit Floskeln abspeisen.

Er fragt mich seit geraumer Zeit, wo Elira ist. 

Ich sage ihm, dass Elira im Himmel ist und deshalb nicht bei uns sein kann. Vor einpaar Monaten, hat er das so akzeptiert. Jetzt fragt er, warum sie im Himmel ist und nicht hier bei uns. Manchmal sagt er, dass er Elira nicht mag. Er ist wütend auf sie, weil er die ganze Situation nicht versteht. Das Wort *Tod* haben wir noch nie benutzt, jedenfalls nicht im Zusammenhang mit Elira. 

Aber erst vor kurzem hat er das Bild des toten Flüchtlingsjungen gesehen, und das hat ihn so sehr beschäftigt. Tote Kinder machen ihn sehr traurig, hat er gesagt.

Er sagt aber auch lustige Sachen, wie: *Elira hat ihre Puppen hier vergessen* oder *warum hat sie ihr Auto (Barbieauto) nicht mitgenommen* Dann sage ich, dass Elira ihre Spielsachen hier gelassen hat, damit du damit spielen kannst. Aber mittlerweile haben wir alles was ihr gehörte weg gepackt, weil er nicht mit *Mädchen Sachen spielen möchte*   :)

Ich glaube viele Menschen in meiner Umgebung denken, dass die Zeit und die Tatsache, dass wir ein weiteres Kind bekommen haben, meine Wunden geheilt haben. Manchmal frage ich mich das auch, aber es ist nicht so. Nichts hat sich geändert, der Verlust von Elira ist geblieben. Es gibt Tage, da denke ich sehr viel über sie und bin nur am weinen. Dann widerrum gibt es Tage, wo ich zwar an sie denke aber mich gut beherrschen kann. Dann widerrum gibt es Tage der Dankbarkeit. Dankbar dafür das es sie gab, dass ich weitere gesunde Kinder habe. Aber auch manchmal ganz bittere Tage. Wo ich denke, dass es so ungerecht ist, dass meine Tochter gehen musste. Und warum sie? Warum wir? Während sich die Welt weiter dreht, als wäre nichts passiert, leben wir schon seit 6 Jahren so. 

Vor einpaar Tagen, haben wir den Maler bei uns zu Hause gehabt. Er hat natürlich die Bilder an der Wand gesehen und die vorhandenen Kinder auch. Irgendwann, als ich nicht da war, hat er meinen Mann gefragt, wieviel Kinder wir haben. Mein Mann hat gesagt, das er zwei Jungs habe. Mehr nicht. Beide haben auf Eliras Foto geschaut und keiner hat etwas hinzugefügt. 

Das sind dann Augenblicke, die mir unendlich weh tun. 





Montag, 31. August 2015

12 tel Blick, August 2015

Im Wandel der Jahreszeiten, 
wird Monat für Monat 
das gleiche Motiv 
aus der gleichen Perspektive beobachtet.




Wir haben schon Ende August, meine Güte die Zeit rennt wie verrückt.
Zum  bloggen komme ich im Moment nicht,
vielleicht ändert sich das wieder im Herbst, wenn wir wieder
rein gehen und nicht mehr so oft im Garten sind.
Mein Blick hat sich diesmal ein wenig verändert, finde ich.
Man sieht den Teich gar nicht mehr, und
das Schilf ist höher und dichter geworden.
Langsam verändern sich auch die Farbe der Blätter an den Bäumen.


So sah es in den letzten Monaten aus :






12tel Blick ist eine Idee von Tabea Heinicker. 


Alles Gute...

Sonntag, 2. August 2015

12 tel Blick, Juli 2015

Im Wandel der Jahreszeiten, 
wird Monat für Monat 
das gleiche Motiv 
aus der gleichen Perspektive beobachtet.




Wir haben in den letzten Wochen wieder viel Regen und graue Wolken gehabt. 
Auch zum Monatsende war es sehr regenreich, 
deshalb kommt mein Bild wieder einpaar Tage verzögert, 
weil ich auf sonniges Wetter gewartet habe. 
Hier nun mein *Blick* im Juli. 
Es hat sich nicht viel verändert seit Juni. Nur der Schilff ist üppiger geworden.





12tel Blick ist eine Idee von Tabea Heinicker. 



Alles Gute...

Dienstag, 28. Juli 2015

Türkische Küche : Mücver / Zucchinipuffer



Mit ist aufgefallen, dass ich schon lange nicht mehr meine Kochrezepte mit euch geteilt habe. Das ändere ich heute ganz schnell. 

Ich zeige euch ein sehr leckeres und einfaches Rezept, was ich sehr oft mache.

Zucchini ist in der türkischen Küche, gerade im Sommer, nicht weg zu denken. Es gibt soviele verschiede Varianten es zuzubereiten.  

*Hier* hatte ich euch schon mal einen Zucchini-Rezept vorgestellt.

Heute zeige ich euch Mücver/Zucchinipuffer, mir Zutaten die man meistens zu Hause hat.

Zutaten:

4 St. Zucchini
1 Bund Frühlingszwiebeln
2 Eier
250 gr. Feta Käse
eine Handvoll Petersilie
1 TL getrocknete Dill (frische Dill geht auch, dann aber einen Bund)
200 g Mehl
1 TL Salz
Pfeffer
1/8 l Öl zum ausbacken





Die Zucchini ohne zu schälen, reiben. 10 min. ruhen lassen, dann die Zucchinimasse in ein feines Sieb geben und gut ausdrücken.


 
Frühlingszwiebeln klein schneiden, gehackte Petersilie und den trockenen Dill hinzufügen, 2 Eier, zerdrückte Fetakäse sowie den Mehl, Salz und Pfeffer hinzufügen und gut mischen.






1/8 l Öl in der Pfanne erhitzen.

Mit einem Löffel Plätzchen in die Pfanne geben und in Form drücken. Von beiden Seiten goldgelb backen. Zum entfetten auf Küchenpapier legen.




Warm oder kalt servieren. Wir essen es mit einem klecks Joghurt!





Guten Appetit!                                        Afiyet olsun!



Montag, 6. Juli 2015

Wörter mit J...



Bei Sonja's Alphabet ist der Buchstabe J an der Reihe und da ich den Buchstaben I urlaubsbedingt überspringen musste, mache ich heute wieder mit.

Ziel ist es mit dem jeweiligen Buchstaben der dran ist, Wörter zu finden, die für einen wichtig sind.

Ich fange mal an :



J wie Jasin/Yasin :



Mein Lieblingsname.  Es ist die 36. Sure im Koran und wird auch als das *Herz des Korans* betitelt.

Vor Jahren, als mein älterer Sohn geboren wurde, mochte ich nur moderne Namen, alte traditionelle oder gar religiöse Namen kamen für mich gar nicht in Frage.
Doch so wie sich alles ändert im Leben, hat sich auch mein Geschmack bezüglich der männlichen Namen verändert, und als dann die ersten männlichen Babies in der Familie kamen, haben ich immer den Vorschlag gemacht, das Kind Jasin zu nennen. Doch niemand wollte den Namen für seinen Kind. Dann bekam ich Elira und somit war der Name Jasin wieder in Vergessenheit geraten.

Doch als dann mein jüngerer Sohn unterwegs war, wußte ich vom ersten Tag an, wie ich ihn nennen würde, doch da machten mein älterer Sohn und mein Mann nicht mit. Der ältere kannte einen Jasin und fand ihn doof und mein Mann wollte lieber den Namen Yunus/Jonas. Bis zur Geburt haben wir die Namensfrage nicht geklärt.

Dann als der kleine Sohn sich 2 Tage verspätet hatte und es dann zu komplikationen kam und die Ärzte das Kind sofort per Kaiserschnitt holen mussten, hat mein Mann dazu gesagt : *Ich halte mich daraus. Du hast so viel durchgemacht, gib' du ihm seinen Namen* . Somit habe ich endlich, nach Jahren, dem kleinen Sohn meinen Lieblingsnamen geben können.

J wie Joga/Yoga :



Seit einpaar Monaten haben ich mit Joga angefangen, weil ich sonst so unsportlich bin. Und ich muss gestehen, dass mir Joga sehr viel Spaß macht und ganz nebenbei auch sehr gut für meine Kopf,- und Rückenschmerzen ist. Durch das dehnen, entspannt sich die verkrampfte Muskulatur - ich bin sowas von begeistert!

J wie Juni :



Mein Lieblingsmonat!!! Im Juni habe ich Geburtstag und außerdem beginnt der Sommer (laut Kalender!). In diesem Jahr haben wir im Juni einen herrlichen Urlaub gehabt, deshalb gehört Juni zu meinen Favoriten.

J wie Jogurt :



Laut Duden ist Joghurt ein türkisches Wort, was gar nicht so verkehrt ist. Ich kennen kein anderes Volk, dass so viel Joghurt pur ißt. Vielleicht auch deshalb, weil viele türkischen Gerichte nur mit Joghurt gut schmecken, wie gefüllte Weinblätter oder verschiedene Dolma Gerichte etc.

Bei uns zu Hause wird Joghurt auch viel verspeist, pur, mit Früchten oder eben zu verschiedenen Gerichten. Deshalb habe ich angefangen den Joghurt selber herzustellen. Nach anfänglichen Fehlversuchen, wo das Joghurt nicht fest wurde, habe ich jetzt den Dreh raus. Wir kaufen jetzt jede Woche 5 Liter Milch vom Bauern, und ich verarbeite davon 3 Kilo zu Joghurt. Einfach lecker!


Mehr fällt mir auch nicht ein zu diesem Buchstaben, vielleicht fallen mir nächsten Monat zu K mehr ein. Ihr könnt hier *klick* weitere Wörter mit J finden.

Bis dann....


Mittwoch, 1. Juli 2015

12 tel Blick, Juni 2015


Im Wandel der Jahreszeiten, 
wird Monat für Monat 
das gleiche Motiv 
aus der gleichen Perspektive beobachtet.

 


Das Jahr ist jetzt zur Hälfte um und die Natur ist auf seinem Höchepunkt angelangt.
Im Juni ist es überall grün und satt und voll.
Und wenn das Wetter schön ist 
und der Himmel blau, dann sieht mein *Blick* herrlich aus.


Und so sah das ganze im Mai aus :





12tel Blick ist eine Idee von Tabea Heinicker. 



Alles Gute...

Dienstag, 30. Juni 2015

Türkei Rundreise Teil 4



Dieser Teil unserer Reise war der emotionalster und der den ich mir schon seit Jahren gewünscht habe.

Ich habe meine Teyze (Tante), (sie ist die jüngere Schwester von meiner Mutter) und ihre beiden  Kinder seit über 10 Jahren nicht mehr gesehen. Natürlich bekomme ich die Neuigkeiten über sie durch meine Mutter mit, aber es gab in den letzten 10 Jahren soviele traurige Ereignisse, wie den Tod von meinem Onkel, dann Eliras Tod, wo man sich gerne unterstützt hätte.

Es ist sehr schön seine Verwandten wieder zu sehen. Man nimmt sich einfach in den Arm und redet miteinander, als wenn man sich erst gestern gesehen hätte. Meine Teyze geht mittlerweile auf Krücken und wohnt alleine in ihrem Haus. Doch gleich neben ihrem, ist das Haus ihres Sohnes. Auf dem riesigen Grundstück stehen außer den 2 Häusern, eine Wassermühle ein Stall mit 4 Rindern, 40 Schafe,  2 Hund,  etliche Katzen und ungezählte Mäuse - ein typisches Bauernhaus eben.

Mein Cousin Fadil bewirtschaftet mit seiner Frau Meryem, außer den Tieren die Wassermühle. Er ist der einzige in dem Ort mit einer Mühle, und hat deshalb viele Aufträge von den Dörflern drumherum.

Meine Cousine Hatice wohnt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen einpaar Straßen weiter, jedoch war sie an unserem Ankunftstag auch da mit ihrer Familie.

Meinen kleinen Sohn kannten sie noch nicht, sie kannten ihn nur durch die Erzählungen von meiner Mutter. Eine ganz liebe Geste von ihnen war, als wir ankamen, meinem Sohn einen Geschenk zu überreichen. Das hat mich zu Tränen gerührt, weil sie sich so sehr auf uns gefreut haben und wollten meinem Sohn eine Freude machen.

Beim Abendessen, gab es nur selbst geerntetes Gemüse, gebackenes Brot und alles was sie selber herstellen. Es war wie auf einem Biobauernhof. Sowas kennen wir nicht mehr und umsomehr hat es uns geschmeckt.

Nachdem die Männer und Kinder eingeschlafen waren, saßen wir Frauen noch stundenlang zusammen und haben fast die ganze Nacht durch geplaudert. Schließlich mussten wir uns auf den neusten Stand bringen, was die Kinder, Schule und Beruf anbelangt.

Auch hier gibt es das Problem, dass die Kinder wegziehen und das Haus und Hof nicht übernehmen wollen, weil das Landleben sehr hart und schwer ist.

Mein Cousin Fadil hat zwei Söhne, der ältere studiert in Ankara und möchte nach seinem Studium dort bleiben und arbeiten. Der jüngere Sohn hatte gerade an den Universitätsaufnahmeprüfungen teilgenommen, und war guter Dinge. Er liebt Tiere und möchte Veterinär werden und im Ort bleiben. Aber so ein Leben wie sein Vater kann er sich nicht vorstellen, er möchte den Tieren helfen, aber Tiere zu halten ist ihm zu schwer.

Meine Cousine hat auch zwei Söhne. Der ältere Sohn gilt als Hochbegabt und geht in Usak auf das Internat, er möchte später Informatiker werden. Der jüngere Sohn ist noch 10 Jahre alt, und weiß noch nicht, was er werden möchte :) er hat sich die ganze Zeit um meinen Sohn gekümmert.

Ich musste viel von uns erzählen, dass mein älterer Sohn jetzt auch nicht mehr bei uns wohnt und das er studiert und auch eine Freundin hat. Wie unser leben sich mit dem kleinen Sohn verändert hat und wie unser Alltag jetzt aussieht. Alles Dinge die sie sehr interessieren.

Doch was ich an solchen Familientreffs so liebe, sind die gemeinsamen Anektoden, Geschichten und Erlebnisse, die man sich noch nach Jahren erzählt. Sowie die Geschichte mit meiner Oma, die damals mit 40 Jahren ihren letzen Kind bekommen hat und wie spät es damals war, und wie die Leute darüber gelästert haben. Und jetzt haben wir festgestellt, dass ich diesen Rekort gebrochen habe. (Um wieviel Jahre sag' ich nicht :)))) Das Gelächter war groß!!!

Damals in meiner Kindheit haben wir immer 6 Wochen Urlaub gemacht, und mindestens 1 Woche davon haben wir hier im Dorf verbracht. Wir haben hier noch andere Verwandete und weil sie alle Kinder in unserem Alter hatten, wollten wir jedes Jahr in den Sommerferien hierher, weil es so toll war mit den ganzen Cousinen und Cousins zusammen zu sein. Hier ein Foto von damals :

Hier fehlt nur noch eine Cousine, dann ist die Gang komplett

Hier am ersten Bayramtag, wir alles schön rausgeputzt.

Schön war's, damals und heute. Bis auf die Kinder meiner Tante Fadil und Hatice, leben alle verstreut in der Türkei, jedoch durch Facebook habe ich den Kontakt zu den meisten wieder gefunden.

Zurück zu uns.

Nach einem kurzen Schlaf, wurden wir am frühen morgen mit dem krähen des Nachbar Hahnes geweckt. Das waren aber nicht die einzigen ungewohnten Geräusche. Auch die vorbeifahrenden Traktoren und Motorroller waren neu für unsere Ohren. Danach war an einen weiterschlaf gar nicht mehr zu denken.



Die Hausherren waren schon alle wach, hatten die Tiere versorgt und warteten mit dem Frühstück auf uns. So eine frische und leckere Milch habe ich seit Jahren nicht mehr getrunken. Schade das der kleine Sohn nichts essen und trinken wollte. Er war zu sehr aufgeregt, durch die neue Umgebung und die vielen Tiere die er hier zu sehen bekam.



Und einen neuen Freund hat er auch sofort gefunden, den kleinen Nachbarsjungen Ahmet. Ich weiß nicht in welcher Sprache sie sich unterhalten haben, weil mein Kleiner spricht nicht so gut türkisch, er versteht nur gut. Aber in dem Alter ist sprechen wohl nicht wichtig, man spricht mit den Händen und Füßen.



Hier nimmt man die Verkehrsregeln nicht ganz so erst wie in Deutschland. Mein Cousin Fadil hat den kleinen Sohn einfach hochgehievt und ihn mit zu einer kleinen Spritztour mit dem Motorroller mitgenommen. Mein armer Mann stand nur da, und wußte nicht genau was er tun sollte. Aber keine Sorge, die Straße ist nicht viel befahren und nach zwei Runden waren sie auch wieder zurück.


Das war noch nicht alles. Der Kleine durfte auch auf den Traktor rauf und das Steuer halten, man war er Stolz. Kein Wunder das er hier nicht mehr weg wollte, schließlich durfte er hier mit Sachen spielen, die er nur von seinen Büchern kannte. Er fühlte sich so wohl, wie wir uns damals hier gefühlt haben und nicht mehr weg wollten - alles wiederholt sich im Leben irgendwie.

So schön alles auch ist, wir mussten weiter. Es war sehr schön alle wieder gesehen zu haben, ganz besonders meine Teyze/Tante, wer weiß ob und wann wir uns wieder sehen werden. Das ist das traurige daran, dass man so weit weg wohnt, und sich alle Jubeljahre wiedersieht. Weil die gesamte Familie kommt zu Großereignissen wie Hochzeit oder Beschneidungsfeieren zusammen, nur wir, aus Deutschland fehlen immer. Und je älter ich werde, desto mehr macht mir dieser Umstand etwas aus.

Ich habe schon seit geraumer Zeit mit vorgenommen, meine Eltern und meine türkische Familie öfter zu sehen. Letztes Jahr habe ich es auch verwirklicht und bin im November in die Türkei geflogen um sie zu sehen. Das werde ich in diesem Jahr auch wieder tun - so Gott will. Wer weiß wieviel Zeit uns noch bleibt.

Unsere Reise endete wieder an unserem Anfangspunkt - bei meinen Eltern. Dort wurden wir wieder voller Liebe erwartet. Meine Eltern wollten ganz genau wissen, wo wir waren und wen wir gesehen haben. So ist es wohl, wenn man älter wird. Man erfreut sich an den Kinden, an den Enkel, was sie zu berichten haben, oder was sie erlebt haben. Das ist für sie eine Bereicherung.

Wir haben noch gemeinsam einen Ausflug nach Uludag gemacht und dann hieß es auch schon wieder *allaha ısmarladık!*/ Aufwiedersehen.

Schön war es wieder nach Hause zu kommen, dort wo man geliebt und erwartet wird. Meine erste Heimat ist definitiv dort wo ich geboren bin. Es ist eine alte Liebe, wo ich meine Kindheit habe und auch meine Erinnerungen.

Auf diesere Reise habe ich viele Menschen und viele Orte gesehen, die mir etwas bedeuten und habe versucht mir und auch den anderen Lesern deutlich zu machen, was sich so in den letzten 40 Jahren  alles verändert hat. Nicht nur das Land hat sich verändert, sondern auch ich und meine Umgebung.

Zum ersten mal, nach so vielen Jahren, habe ich wieder die Kosenamen von mir gehört : *sari papatya* (gelbe Gänseblume) und *sari kizim*(mein blondes Mädchen).

Das war eine Reise in meine Vergangenheit, in meine Kindheit - und es hat mir sehr gefallen.

Alles Gute


Freitag, 26. Juni 2015

Türkei Rundreise Teil 3

Unsere Tage im Hotel waren sehr erholsam und sehr intensiv gewesen. Mein Mann hat es genossen den ganzen Tag mit dem kleinen Sohn zu schwimmen, zu spielen und einfach nur mit ihm zusammen zu sein.

In unserem Altag in HH sind diese Zeiten immer sehr begrenzt, meistens reichen die Wochenenden nicht, um nach Herzenslust sich um den Kleinen zu kümmern. Deshalb möchte ich einen Hotelurlaub nicht missen, hier wo man sich um nichts kümmern muss, wo die super leckeren Speisen nur so auf den Tisch kommen, hat man genug Zeit sich ausschließlich um die Familie zu widmen.



Nach 7 Tagen haben wir uns von Özdere und unserem Hotel verabschiedet. Es war sehr schön hier und wir werden ganz sicher wiederkommen.



Von Özdere ging unsere Reise weiter. Unser Ziel war Pamukkale. Auch diese Strecke war sehr angenehm zu fahren. Bis Aydin war gebührenpflichtiger Autobahn, danach 4 spurige Bundesstraße. Ruckzuck haben wir die 200 km zurück gelegt und standen dann vor einem weißen Berg. 

Pamukkale auf deutsch *Watteschloß*, (mir gefällt der englische Name *cottoncastle* so gut ).

Man sieht schon von weitem den weißen Berg, und der sieht so klein und verloren aus. Doch je näher man kommt, wird sie größer und wirklicher.





Wir haben uns gegen 15 Uhr auf dem Weg gemacht, den Berg zu erklimmen und es war so was von heiß.

Die Sonne schien erbarmungslos auf uns nieder und die Sonnenstrahlen haben auf dem weißen Boden reflektiert und verbrannten die Haut innerhalb kürzester Zeit.





Wir hatten uns zum Glück alle vorher mit LSF 50 eingecremt und haben alle Mützen und Sonnenbrillen aufgehabt - würde ich jedem empfehlen!

Da fand ich die Japanerinnen wieder sehr gut vorbereitet. Sie hatten alle Sonnenschirme mit und trugen langärmlige Blusen.

Wir mussten unsere Schuhe ausziehen und Barfuss den Berg hoch kraxeln und ich muss sagen, dass war der reinste Spa für meine Füße!!!


Nimmt unbedingt eine Tüte mit, weil man die Schuhe ausziehen muss, und dann selber dafür verandwortlich ist. Es gibt nichts und niemanden, den man seine Schuhe anvertrauen könnte.

Ich habe in meiner Tasche immer eine Tüte für Notfälle dabei (wenn der kleine Mann spucken muss, oder für seine nassen Sachen) und war noch nie so glücklich, das ich für solche Fälle gewappnet war.

Der Berg ist angenehm kühl, und die Oberfläche ist gerillt, so dass man beim gehen nicht ausrutscht. Man kommt immer wieder an kleinen Pfützen vorbei, die voll Kalk sind, und man denkt man tritt auf Watte, so schön ist das Gefühl. Daher kommt sicher auch der Name Pamukkale/Watteschloß.

Wir haben uns sehr viel Zeit genommen beim hochsteigen, schließlich kommt man ja nicht jedes Jahr hier vorbei. Wir haben Fotos gemacht, unsere Füße in die zahllosen Wasserbassins gesteckt und unheimlich viel Spaß dabei gehabt.







Oben angekommen, hatte man einen herrlichen Blick über die Landschaft und außerdem war es angenehm windig.



Es gab viele Sitz- und Verweilmöglichkeiten. Wir haben uns unter einen Baum gesetzt und die Aussicht genossen.

Pamukkale besteht nicht nur aus dem weißen Berg mit den weltberühmten Kalkterassen sondern,  Pamukkale hieß früher Hierapolis und war eine antike griechische Stadt mit Thermalbädern und war berühmt für seine warmen Quellen. Auch hier gab es viele *alte Steine* (wie mein kleiner Sohn zu antiken Städten zu sagen pflegt :) zu sehen.

Hier möchte ich meinen Blick in die Vergangenheit richten. 1978 waren wir mit meinen Eltern und meinem Großvater in Pamukkale. Damals war alles ganz anders. Damals durfte man noch mit den Schuhen den Berg betreten (wie doof!!!) und die meisten Kalkterassen waren noch mit Wasser gefüllt und man durfte darin baden. Die Hotels waren noch nicht gebaut, und das ökologische Gleichgewicht war noch nicht zerstört.




Doch dann hat in den achtzigern und neunzigern der Massentourismus eingestetzt und man hat oben auf dem Berg Hotels gebaut, die dem Berg das Wasser abgeschöpft haben, um ihre eigenen Kalkbassins zu füllen.

Als der Berg anfing zu ergrauen, weil zu wenig Wasser floß, hat man zum Glück die Reißleine gezogen. Man hat die ganzen Hotels abgerissen und versucht, alles wieder rückgängig zu machen. Leider sieht man die Sünden der Vergangenheit noch an. Einige Terrassen sind leer, ohne Wasser. Die Natur erholt sich nur sehr langsam.




Sehr oberflächlich haben wir uns die Ruinen von Hierapolis angeschaut und sind dann wieder runter gelaufen. Das hat dann auch so ca. eine halbe Stunde gedauert. Auf dem Weg nach unten hat das Wetter umgeschlagen. Es hat geblitzt und gedonnert, und als wir in unser Auto eingestiegen sind, hat es angefangen zu regnen. Wir haben uns zu unserem Timing beglückwünscht :))

Hier seht ihr, wie dunkel es geworden ist, kurze Zeit später hat es geregnet wie aus Kübeln...


Wir mussten weiter, weil wir noch eine 100 km lange Fahrt vor uns hatten. Wir haben uns bei meiner Tante angemeldet und wollten sie zum Abendessen nicht warten lassen.

Doch davon erzähle ich euch im Teil 4.

Alles Gute