Mittwoch, 16. September 2015

Dies und Das...

Hallo Ihr Lieben,

bei uns passiert so viel im Moment, dass mir die Zeit zum bloggen fehlt. So ganz mag ich meinen Blog auch nicht aufgeben, deshalb werde ich wohl nur ab und zu etwas posten. So auch jetzt. 

Bei mir machen sich die kleinen Wehwehchen bemerkbar, die das Alter mit sich bringt. Ich sehe nicht mehr so scharf, deshalb habe ich jetzt eine Lesebrille bekommen - aber ich habe mich noch nicht daran gewöhnt, und bin ständig auf der Suche, wo ich sie habe. 

Meine Zähne waren bis jetzt immer schmerzfrei - doch seit letzter Woche hat sich das auch geändert. Ich habe ganz plötzlich solche Zahnschmerzen bekommen, dass ich sofort als Notfallpatient bei meinem Zahnarzt gelandet bin. Ich habe eine Wurzelbehandlung bekommen, dass erste mal in meinem Leben! Und hinterher ging es mir auch nicht besser, ich nehme seit 5 Tagen hochdosierte Schmerztabletten, die dann nur eine kurze Zeit helfen. Morgen habe ich wieder einen Termin :(

Zum Glück geht es den Kindern gut :) 

Der ältere Sohn hat noch Semsterferien und lässt es sich bei *Hotel-Mama* gut gehen. Es ist toll, wenn die Familie komplett ist, ich genieße es mit den Kindern zusammen zu sein, gemeinsam etwas zu unternehmen. Doch leider dauert es nicht mehr lange, dann muss der Ältere wieder zurück weil die Uni wieder los geht. So sehr ich ihn vermisse, möchte ich das letzte Jahr nicht missen. Mein Sohn ist sehr selbständig geworden, organisiert jetzt sein Leben alleine - hier und da benötigt er unsere Hilfe, aber im Großen und Ganzen  hat es ihm sehr gut getan, in einer anderen Stadt zu studieren.

Bald geht er auf Reisen, zu seiner Freundin nach Peru, das wird eine Zitterpartie für uns aber, so sind die lieben Kleinen, wenn sie älter werden, gehen sie ihre eigenen Wege.

Der jüngere Sohn ist jetzt auch schon fast 4 Jahre alt. Und ich frage mich, wo die Zeit geblieben ist?
Er ist sehr aufgeweckt, lässt sich nicht mit Floskeln abspeisen.

Er fragt mich seit geraumer Zeit, wo Elira ist. 

Ich sage ihm, dass Elira im Himmel ist und deshalb nicht bei uns sein kann. Vor einpaar Monaten, hat er das so akzeptiert. Jetzt fragt er, warum sie im Himmel ist und nicht hier bei uns. Manchmal sagt er, dass er Elira nicht mag. Er ist wütend auf sie, weil er die ganze Situation nicht versteht. Das Wort *Tod* haben wir noch nie benutzt, jedenfalls nicht im Zusammenhang mit Elira. 

Aber erst vor kurzem hat er das Bild des toten Flüchtlingsjungen gesehen, und das hat ihn so sehr beschäftigt. Tote Kinder machen ihn sehr traurig, hat er gesagt.

Er sagt aber auch lustige Sachen, wie: *Elira hat ihre Puppen hier vergessen* oder *warum hat sie ihr Auto (Barbieauto) nicht mitgenommen* Dann sage ich, dass Elira ihre Spielsachen hier gelassen hat, damit du damit spielen kannst. Aber mittlerweile haben wir alles was ihr gehörte weg gepackt, weil er nicht mit *Mädchen Sachen spielen möchte*   :)

Ich glaube viele Menschen in meiner Umgebung denken, dass die Zeit und die Tatsache, dass wir ein weiteres Kind bekommen haben, meine Wunden geheilt haben. Manchmal frage ich mich das auch, aber es ist nicht so. Nichts hat sich geändert, der Verlust von Elira ist geblieben. Es gibt Tage, da denke ich sehr viel über sie und bin nur am weinen. Dann widerrum gibt es Tage, wo ich zwar an sie denke aber mich gut beherrschen kann. Dann widerrum gibt es Tage der Dankbarkeit. Dankbar dafür das es sie gab, dass ich weitere gesunde Kinder habe. Aber auch manchmal ganz bittere Tage. Wo ich denke, dass es so ungerecht ist, dass meine Tochter gehen musste. Und warum sie? Warum wir? Während sich die Welt weiter dreht, als wäre nichts passiert, leben wir schon seit 6 Jahren so. 

Vor einpaar Tagen, haben wir den Maler bei uns zu Hause gehabt. Er hat natürlich die Bilder an der Wand gesehen und die vorhandenen Kinder auch. Irgendwann, als ich nicht da war, hat er meinen Mann gefragt, wieviel Kinder wir haben. Mein Mann hat gesagt, das er zwei Jungs habe. Mehr nicht. Beide haben auf Eliras Foto geschaut und keiner hat etwas hinzugefügt. 

Das sind dann Augenblicke, die mir unendlich weh tun.