Dienstag, 2. August 2016

Pflanzenfresser....

Seit Monaten habe ich einen Problem, bei dem erfahrene Gärtner wahrscheinlich den Kopf schütteln würden, aber es wird besser, ich lerne dazu.

In diesem Frühjahr, habe ich die Grabpflege von meiner Tochter wieder selber übernommen. Die Jahre davor, als der kleine Sohn kam, haben wir es der Friedhofsgärtnerei übertragen. Das haben sie auch immer sehr schön und ordentlich gemacht, aber jetzt, wo ich wieder mehr Zeit habe, wollte ich wieder selber das ganze übernehmen. Die Friedhofsgärtnerei hatte 4x im Jahr die Blumen gewechselt, und ich wollte mal was anderes einpflanzen als Petunien, Begonien oder Erica.

Im Frühjahr habe ich roten Bellis gekauft, weil ich sie so sehr mag. Habe sie eingepflanzt und voller Stolz habe ich meine Arbeit betrachtet als ich fertig war, und Fotos gemacht um es meinem Mann zu zeigen.

Eine Woche später, als ich auf dem Nachhauseweg vorbeigeschaut habe, waren über die Hälfte der roten Blüten weg! Ich war total entrüstet, wer zupft den die Blüten an einem Kindergrab weg. Ich konnte nicht glauben, dass irgendwer dort vorbei kommt und sowas macht. Ich musste mich erstmal hinsetzten und da sah ich auch schon die Übeltäter. 

Das waren kleine Kaninchen, die vor meiner Nase sich an die Blüten wieder hermachten. Ich habe sie beobachtet, und fand es auch gar nicht so schlimm. Der Gedanke, dass Menschen sich am Grab zu schaffen machen, hatte mich mehr gestört, als wenn Kaninchen ihr Unwesen treiben.  

Nachdem ich lange Zeit den Tieren zugeschaut habe, beschloss ich, neue Pflanzen zu kaufen. Und diesmal durfte es nichts sein, was Kaninichen gerne mögen.

Bei der nächten Pflanz-Aktion hat der kleine Sohn mit geholfen. Nachdem ich ihm erzählt habe, dass Kaninchen die Blüten von Eliras Grabpflanzen gegessen haben, wollte er unbedingt mitkommen und mir helfen. Er fand es so *gemein* das sie Eliras Blumen *geesst* haben und wollte die Kaninchen fangen, die sowas machen :)

Wir pflanzten diesmal 3 große Büsche (den Namen weiß ich leider nicht mehr).  Das ergab eine Herzform, worauf wir beide sehr stolz waren. Die Arbeit war erledigt und wir haben wieder Fotos gemacht um alles zu Hause zu zeigen.


Beim nächsten Besuch war mein Schreck größer! Was ist hier den los! Schnecken Treffen.....iiiiii.
Überall lümmelten Schnecken! Auf so einem kleinen Grab, befanden sich mehr als 20 Schnecken. Einige waren auf den noch vorhandenen Stengeln des Busches, die anderen auf dem Grabstein. Das war so niederschmetternd.  Die Schneckies haben alles ratzekahl gefressen.

Jetzt habe ich doch tatsächlich Pflanzen gekauft, die die Schnecken angelockt hat. Erst die Kaninchen jetzt die Schnecken...

Ich war echt sauer, nicht auf die Schnecken, sondern auf mich. Warum muss ich auch irgendwelche Pflanzen kaufen, die man nicht als Grabbepflanzung nimmt. Warum bin ich nicht bei den Eisbegonien geblieben, wie es der Gärtner letztes Jahr gemacht hat.

Nein, ich war total fertig. Für den Tag hatte ich genug. Ich habe alles raus gezupft und bin nach Hause. Keine Fotos, gar nichts. Den Schmach wollte ich jetzt nicht unbedingt zu Hause erzählen.

Allerdings hat es mich sehr gewurmt, dass Eliras Grab so blumenlos blieb. Ich musste jetzt was nettes über den Sommer haben, weil ich beschlossen habe, wieder auf das alt bewährte zurückzukommen.

Ab September wollte ich wieder Erica pflanzen, aber bis dahin konnte ich ihren Grab unmöglich so kahl lassen.

Also fuhr ich zur Gärtnerei und ließ mich beraten. Na endlich, warum nicht gleich so. Ich bekam eine einzige Staude die Heuchera (Purpurglöckchen).


Sie ist so schön. Ich hoffe, dass sie jetzt bis zum Herbst weder angeknabbert noch angeschleimt wird und durchhält. 

Bis bald...



Kommentare:

  1. Hallo du Liebe,
    ja die Tiere und Insekten können einen wirklich an den Rand der Verzweiflung bringen. Vor allem, wenn man mit viel Mühe und Hingabe ein Grab sorgsam neu bepflanzt hat.
    Wie schön, dass du jetzt wieder etwas so schön blühendes gepflanzt hast. Ich hoffe mit dir, dass diesesmal alle Tierchen davon Abstand halten.
    Die Reaktion von deinem Sohn ist ja wirklich goldig gewesen.
    Herzliche Grüße, Frau Vabelhaft

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    1. Ein vierjähriger kann so vieles im Leben erleichtern. Auch ein Grab besuch mit ihm zusammen, nimmt die Schwere des Ganzen.
      Liebe Grüße
      Papatya

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  2. Ach je, wenn es nicht eine Grabbepflanzung wäre, müsste ich jetzt schmunzeln.
    Erst die Kaninchen, dann die Schnecken.
    So kann es gehen. Auf dem Grab meiner Oma ist das genauso. Ich habe da aufgegeben.
    Aber Dir drücke ich jetzt die Daumen, dass die schöne Staude bis in den Herbst hinein hält.
    Dir einen dicken Gruß, Nicole

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    1. Du kannst auch ruhig schmunzeln liebe Nicole :)

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  3. Hallo , nicht traurig sein, Kaninchen und Schnecken wollen auch was fressen, du hast damit eine "gute Tat" getan.
    In der Grabpflege hab ich auch seit einigen Jahren rumexperimentiert. Es soll schön aussehen aber man will auch nicht dauernd giessen und dauernd neue Blumen pflanzen.
    Ich finde eine Dauerbepflanzung mit Grünpflanzen Efeu usw. als Umrandung gut. In der Mitte kann man wechselnde Pflanzen passend zur Saison einsetzen.
    Schön finde ich auch im zeitigen Frühjahr eine Blumenmischung zu säen, da gibt es auch schneckenresistente. Da kann man dann immer mal schauen und giessen usw. und macht dem kleinen sicher auch Spass.
    Auf gar keinen Fall Tagetes, das schmeckt den Schneckis.
    Schön sind auch bunte Steine und Steingartengewächse .
    Sempervivum Hauswurze sind sehr dekorativ, sehen aus wie kleine Sterne.
    Auf jeden Fall im Herbst, ganz viele Blumenzwiebeln vergraben, das gibt dann ein tolles Bild im Frühjahr.
    Heidekraut im Herbst ist auch schön und wenn es die winterharte ist, kann es auch das ganze Jahr drin bleiben, nur zurückschneiden, dann blüht es wieder.
    Ich finde es ganz schön eine Grabpflege zu begärtnern.
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude damit und lass Dich nicht von den Schnecken entmutigen.
    Liebe Grüsse von mir

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    1. Liebe anonymer Leser,
      vielen Dank für deine Tips, die werde ich mir merken!
      Eine Frage noch zu Blumenzwiebeln, vergräbt man die alle in eine Mulde, oder muss man alle einzeln vergraben? Und welche eignen sich am besten? Tulpen mag ich persönlich nicht so sehr.
      Besten Dank
      Papatya

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  4. Hallo, liebe Papatya!
    Hoffe , es geht Dir gut? Bin wieder "da"! :) Vielleicht magst Du mal vorbeischauen?

    Und was diese Schnecken angeht.... Boah, was regen mich diese Viecher auf. Die belagern ständig meine Terrasse, bin schon am Verzweifeln. Vor allem meine Margeriten ziehen sie magisch an. Und sogar auf den Stühlen habe ich da Schleimspuren. Bäh!

    Liebe Grüße
    Ayse

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  5. Ach liebe Papatya, schön, dass du es nicht aufgegeben hast und doch noch eine passende Pflanze für das Grab deiner Tochter gefunden hast. Ich hoffe, die wird es bis zum Herbst überstehen und keine hungrigen Tiere anziehen. Ich kenne das Problem aus meinem Garten und bin immer wieder niedergeschmettert, wenn nach vieler Mühe und Hingabe auf einmal nur noch angeknabberte Stengel übrigbleiben. Robuste Grünpflanzen für den Rahmen und Blumenzwiebel (z.B. Zierlauch, sieht wunderschön zu Grün und Heidekraut aus) und/oder jahreszeitabhängiges Sähen, da schließe ich mich meinen Vorkommentatoren an, sehen bestimmt sehr schön aus und sind mal etwas anderes als die gängige Grabbepflanzung.
    Ganz liebe Grüsse sende ich Dir.
    Claudine

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    1. Vielen Dank liebe Claudine für deinen Rat mit Zierlauch,das werde ich mal versuchen.
      Liebe Grüße
      Papatya

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