Sonntag, 11. Dezember 2016

Weltgedenktag für verstorbene Kinder






Heute ist *Worldwide Candle Lighting*, Weltgedenktag für verstorbene Kinder.


Bald sind es 8 Jahre ohne meine Elira und es tut jeden Tag mehr weh. Ihr Leben war so kurz - für mich als ihre Mutter zu kurz. Was sind schon 21 Monate? An ganz schlimmen Tagen habe ich das Gefühl, dass ich nichts mit ihr unternommen habe, als immer nur zum Arzt, zum Physiotherapeuten oder ins Krankenhaus zu laufen. 

Doch dann gibt es Tage, wo ich so schöne Erinnerungen an die 21 gemeinsamen Monate habe, sodass ich denke, ich habe soviel mit ihr unternommen, als wenn ich eine Vorahnung gehabt habe und alles im Schnelldurchlauf schnell schnell in die 21 Monate reingequetscht habe.

Aber es gibt soviel, was ich mit ihr nicht machen konnte, weil wir keine Zeit hatten und weil ihre Krankheit es nicht zuließ. 

Deshalb trifft es mich dann besonders hart wenn ich höre, dass ein Kind, welches keine  Lebensbedrohliche Erkrankung hatte, gestorben ist. Weil es die Eltern, die Ärzte oder auch die ganze Gesellschaft es zuließ.

Bitte stumpft nicht ab, jedes gestorbene Kind ist eine zu viel. Wenn ein Kind stirbt, dann hinterlassen sie immer trauernde Eltern, Geschwister und Familien. Und es wird nie mehr so wie vorher.




Zum Worldwide Candle Lighting wird abends um 19 Uhr Ortszeit eine Kerze für jedes verstorbene Kind angezündet. Diese Kerzen werden von außen gut sichtbar an ein Fenster gestellt.
 
Durch die Zeitverschiebung von jeweils einer Stunde erlöschen die Kerzen in einer Zeitzone und werden in der nächsten entzündet. Dadurch entsteht der Eindruck einer Lichterwelle, die in 24 Stunden einmal um die gesamte Erde wandert. 
 
"That their light may always shine" oder auf Deutsch "Möge ihr Licht für immer scheinen", ist die Grundidee hinter dieser Lichterwelle zum Worldwide Candle Lighting.

Quelle : www.kleiner-kalender.de


Kommentare:

  1. Letztens hatte ich einen Spruch gelesen, auf Türkisch:

    "Annelerin en büyük korkusu, cocuklarinin ölmesiymis. Engelli annelerininki cocuklarindan önce ölmek"

    Es hat mir die kehle zugeschnürt, weil meine Mutter das 2. genauso erlebt hat. Sie betete immer, dass mein Bruder sie nicht überleben soll. Sie machte sich so viele Gedanken, was aus ihm wird, wenn sie mal nicht da sein sollte oder nicht mehr für ihn sorgen. Er war geistig und körperlich behindert. Eine sehr traurige Geschichte... Er starb als er 27 und meine mutter 42 war. Ihr Gebet wurde also erhört...

    Liebe Papatya, ich muss so oft an Dich denken, wenn ich mal wieder an dieses Thema denken muss, oder irgendwo irgendwas darüber lese oder einen Film gucke, etc.

    Nur icinde yatsin kuzucugun... Öpüyorum seni.

    Ayse

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  2. Amin Ayşe. Ich kann es deiner Mutter nachempfinden was sie gedacht hat ich habe auch diese Überlegungen gehabt. Bestimmt ist ein Teil von deiner Mutter auch gestorben als dein Bruder starb. Weil als Mutter liebst du dein besonderes Kind so wie es ist. Ich vermisse meine Tochter sehr. Ich wünschte trotz ihrer Krankheit sie hätte länger gelebt. Annenin ellerinden öperim, selamlar.

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  3. Sorry, nicht 42, sie war 48 als er starb.

    Da Du geschrieben hast: "Bestimmt ist ein teil von deiner Mutter auch gestorben"

    Ich möchte Dir mal einen Beitrag hierhin kopieren, was ich letztens bei Instagram geschrieben (Dünya Engelliler Günü'nde) und nachdem ich den obigen Satz gepostet hatte.

    Es ist Türkisch, hoffe es ist in Ordnung. Nur damit Du mal diese Geschichte gelesen hast und weißt, wie MEINE Mutter danach empfunden und erlebt hat:


    Benim rahmetli abim annemin ilk çocuğuydu. Hem zihinsel hem de bedensel özürlüydü. Şu an yaşıyor olsaydı 58 yaşında olacaktı. Annem ona öyle güzel, öyle sabır ve şefkat dolu baktı ki (tüm anneler gibi) , bazen o ufacık cocuk aklımla kıskanırdım ona olan o sonsuz hoşgörüsünü ve sevgisini.Anlayamazdım onu şimdiki gibi. Birçok şeyi anlayamadığım gibi... Neyazık kì...
    Hep dua ettiğine şahit olurdum annemin :" Nolur Allahım, nolur onu benim ardıma bırakma. Ben elden ayaktan düştüğüm zamanlara bırakma. Kim bakar , kim ilgilenir yavrumla" derdi sürekli.
    Ve ben 19, annem 48 (benim şu anki halim kadarmış ) ve kendisi 28 yaşındayken vefat etti rahmetli abiciğim... Nurlar içinde yatsın.

    Annemin duası kabul olmuştu, o hep korktuğu şeyler olmayacaktı.
    Son zamanlarda yataklara düşen abimin başından hiç ayrılmayan annem, o akşam üzeri sadece "çabucak bahçeye sebze fidanları dikip geleyim , sen İsmet"e göz kulak ol" diye babama seslenip bahçeye çıktığında ölmüştü abim. Babam balkondan ona seslendiğinde , elindekileri fırlatıp koşa koşa yanına geldiğinde son nefesini vermişti (ben Almanya'da 2 yıllık gelindim) . Son anında yanında olamadım diye hep içerler annem.
    O gece cenaze evde kalmış. Annem abimin yanında yatmış ona sarılarak.
    "Sanki yine üşüyormuş gibi geliyordu hep, üzerini örtüyordum sıkı sıkı" dediğini "...ve onunla birlikte sanki bir yarım ölmüştü o gün" dediğini hala unutamam...........Yüreğimi dağlar... Sonrasında mesleğimle de alakalı buna benzer çok şeyler yaşadığım gördüğüm için, bazı annelerin hırs yapıp çocukları illa şu olsun, bu olsun diye yırtındıklarına , hamileyken " çocuğumun göz rengi bu olsa, saç rengi şu olsa" gibi gereksiz şeyler dediklerinde kızarım.
    Çocuklarını doğurup, aylarca, yıllarca hastanelerde geçirenler var. Sağlıklı, eli ayağı tutan evlatlarınızın varlığına şükredin.
    Allah hiç kimseyi evlat acısıyla sınamasın... Hiç kimseyi...
    Tüm hasta, engelli çocuk sahibi anne babalara şifa ve sabır dilerim.


    Da bleiben einem wirklich die Worte weg. Und nicht nur deshalb kann ich Dich so gut verstehen und fühle jedesmal mit Dir, wenn Du von Elira schreibst. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Du, meine Mutter und alle Mütter auf der Welt, die ihre Kinder verloren haben, irgendwann, irgendwo wieder vereint sind... Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt. Fühl Dich umarmt.

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    1. Liebe Ayse,
      vielen Dank, dass du diesen Text hier geteilt hast. Es hat mich tief berührt und ich musste beim lesen weinen. Dein Bruder hat genau die Zeit ausgesucht zum gehen, als deine Mutter kurz nicht da war, das habe ich schon so oft von Müttern gehört, deren Kinder verstorben sind. Auch das deine Mutter gesagt hat, dass ein Teil von ihr an dem Tag gestorben ist, ist mir sehr vertraut. So empfinde ich es auch. Ein Teil von mir ist auch Tod, die Leichtigkeit, den Spaß am Leben, das Lachen habe ich wieder nach und nach lernen müssen. Ich habe es gelernt, das Leben, die Gesundheit zu schätzen. Dankbar zu sein und Demut zu empfinden. Und mir hat die Geburt von J. sehr geholfen und das ich schon ein gesundes Kind hatte auch. J.lenkt mich viel ab, aber an besonderen Tagen kann mir keiner Helfen. An Geburts und Sterbetagen bin ich sehr sehr traurig, das bleibt. Und ich glaube ganz fest, dass wir unsere Kinder wiedersehen werden. Deshalb habe ich auch keine Angst vor dem Tod, ganz im Gegenteil ich freue mich mein Kind wieder in die Arme zu schließen. Danke für deine Worte und fürs zuhören.
      Liebe Grüße

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