Dienstag, 28. Februar 2017

12tel Blick, Februar 2017

Der Februar war wie immer bei uns im Norden; grau, dunkel und nass. Ich bin froh das der Monat vorbei ist. Ab morgen freue ich mich auf den Frühling. Und so sieht mein Blick im Februar aus :





Im Vergleich, im Januar sah es so aus :



Februar

 

Früher Frühling
Zwischen Februar und März
liegt die große Zeitenwende,
und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht’s zu Ende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
steigt der Lenz ins Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah,
und auf einmal ist der da.

Manche Knospe wird verschneit
zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauer Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt das Menschenherz
zwischen Februar und März.

- Fred Endrikat - 



12tel Blick ist eine Idee von Tabea Heinicker





Donnerstag, 23. Februar 2017

Elira


Nach 8 Jahren ohne Elira habe ich das Gefühl, das ich alles zu diesem Thema gesagt habe. Ich möchte mich auch nicht mehr wiederholen. Aber es wiederholt sich alles.

Wieder ist ein Jahr um. Wieder ist dieser schrecklicher Tag da. Wieder gehen mir die letzten Stunden  durch den Kopf. Wieder fühle ich mich machtlos. Wieder kann ich nicht glauben, was passiert ist. Wieder weine ich um mein Kind. Wieder stelle ich mir die Frage: wie lebe ich jetzt weiter ? Wieder, wieder, wieder....



Einige Wochen nachdem wir unsere Tochter begraben haben und nachdem die Menschen um uns herum wieder zu ihren Leben zurück gekehrt sind, habe ich mich gefragt, wie ich jetzt weiter leben soll? Ich wusste nicht wie das geht! Ich habe Menschen in meiner Familie angerufen die auch so einen großen Verlust zu tragen hatten und gefragt, wie sie damit umgegangen sind. Wie haben sie den Tod des Kindes überwunden? Wie geht das? Geht es überhaupt?

Meine Cousine, deren Sohn mit 5 Jahren verstarb, hat mir gesagt, dass sie die Zeit nur überwunden hat, weil sie noch ein jüngeres Kind zu Hause hatte, das versorgt werden wollte. Kleine Kinder wissen nicht, wie es der Mutter geht. Sie wollen weiterhin ihren geregelten Tagesablauf mit essen, trinken und spielen haben.

Meine in der Türkei lebende Tante, deren Sohn auch sehr früh verstarb, es war ein Verkehrsunfall, sagte mir das gleiche. Sie hatte ihren älteren Sohn, der noch ein Kleinkind war und sie war zu der Zeit schwanger mit meiner Cousine. Sie sagte, dass sie wie ein Roboter weiter funktioniert hat und das sie gar keine Zeit zum trauern hatte, weil sie sich um Kind und Kegel kümmern musste. Erst als ihre Kinder älter wurden hat sie um ihren toten Sohn weinen können. Und sie sagte auch, dass die Geburts- und Sterbetage ihres Sohnes sehr schwer zu ertragen sind, auch nach über 50 Jahren.

Es gibt kein Rezept wie man weiter lebt. Bei jedem Menschen gestaltet es sich anders. Ich habe mich auch für ein weiteres Kind entschieden und ich bin sehr glücklich und dankbar dafür. Mein älterer Sohn hat mir damals den Grund gegeben, jeden Tag aufzustehen und ihn zu versorgen, damit er trotz seiner Trauer ein normales Leben hat und  mein jüngerer Sohn hat mir die Hoffnung auf eine Zukunft wieder gegeben, die ich nicht mehr hatte. Meine Kinder trösten mich, ersetzen aber in keinster Weise mein verstorbenes Kind.

Der Schmerz ist geblieben. Die Tränen auch. Ich habe gelernt mit dem Schmerz zu leben. Ich bin glücklich mit meinen Söhnen, habe die Mädchen in meiner Familie, die um mich herum sind auch sehr lieb. Sie ersetzen nicht meine Tochter, aber sie aufwachsen zu sehen oder mit ihnen etwas zu unternehmen, empfinde ich als ein riesen Geschenk.

Das Lied *Mensch* von Herbert Grönemeyer, den er für seine verstorbene Frau geschrieben hat, drückt meine Gefühle für heute sehr gut aus.


Momentan ist richtig,
momentan ist gut,
nichts ist wirklich wichtig,
nach der Ebbe kommt die Flut.

Am Strand des Lebens,
ohne Grund, ohne Verstand,
ist nichts vergebens,
ich bau' die Träume auf den Sand.

Und es ist, es ist ok,
alles auf dem Weg,
und es ist Sonnenzeit,
unbeschwert und frei.

Und der Mensch heißt Mensch,
weil er vergisst,
weil er verdrängt,
und weil er schwärmt und stählt,
weil er wärmt, wenn er erzählt,


Und weil er lacht,
weil er lebt,
du fehlst.

Das Firmament hat geöffnet,
wolkenlos und ozeanblau,
Telefon, Gas, Elektrik,
unbezahlt, und das geht auch.

Teil' mit mir deinen Frieden,
wenn auch nur geborgt,
ich will nicht deine Liebe,
ich will nur dein Wort.

Und es ist, es ist ok,
alles auf dem Weg,
und es ist Sonnenzeit,
ungetrübt und leicht.

Und der Mensch heißt Mensch,
weil er irrt und weil er kämpft,
und weil er hofft und liebt,
weil er mitfühlt und vergibt.

Und weil er lacht,
und weil er lebt,
du fehlst.

Oh, weil er lacht,
weil er lebt,
du fehlst.


(Instrumental)

ohhhhh es ist ok,
alles auf dem Weg,
und es ist Sonnenzeit,
ungetrübt und leicht.

Und der Mensch heißt Mensch
weil er vergisst,weil er verdrängt.

Und weil er schwärmt und glaubt,
sich anlehnt und vertraut.

Und weil er lacht,
und weil er lebt,
du fehlst.

Oh, es ist schon ok,
es tut gleichmäßig weh,
und es ist Sonnenzeit,
ohne Plan, ohne Geleit.

Und der Mensch heißt Mensch,
weil er erinnert, weil er kämpft,
und weil er hofft und liebt,
weil er mitfühlt und vergibt.

Und weil er lacht,
und weil er lebt,
du fehlst.

Oh, weil er lacht und
weil er lebt,
du fehlst.


Elira du fehlst. Auch nach 8 Jahren und wahrscheinlich auch nach 80 Jahren.
Nur icinde yat güzel gözlüm...



Freitag, 17. Februar 2017

Kunst am Freitag...

...der kleine Sohn zeichnet endlich wieder!!! Nachdem er wochenlang nur mit seinen Bauklötzen, Autos, Garagen etc. gespielt hat, fing er diese Woche wieder an uns Bilder zu malen und zu schenken :)





Das erste Bild gefällt mir am besten, da ist zu sehen ein Lastwagen mit Anhänger, ein Bus, ein Rettungswagen (oben rechts), dann eine Ampelanlage, ein Radargerät sowie mehrere Autos und in der Mitte Grünfläche.

Interessant ist, dass er alles was er in unserer Umgebung sieht, auf's Papier gebracht hat. Wir wohnen unmittelbar an einer großen Hauptstraße die auf die Autobahn führt, deshalb sehen wir jeden Tag große LKW's und Metrobusse. Ein Blitzer ist auf der Hauptstraße installiert, und Rettungswagen sehen wir leider auch sehr oft, weil das Krankenhaus in der Nähe ist. 



Dieses *Kunstwerk* hat er für sein Zimmer gemalt. Er hat alles zusammengeklebt und dann haben wir es aufgehängt :)

Ein schönes Wochendende wünsche ich euch.




Donnerstag, 2. Februar 2017

Elfenfanoli



Kennt ihr Elfenfanoli? Nein? Doch kennt ihr bestimmt, sie wurde vor kurzem mit großem Tamtam hier bei uns in Hamburg eingeweiht. Nach 10 Jahren Bauzeit, etlichen Pleiten, Pech und Pannen hat man es tatsächlich geschafft, das neue Konzerthaus unserer schönen Stadt fertig zustellen.

Ihr habt es erkannt. Ich rede von der Elbphilharmonie! Allerdings ist dieser Name für einen 5 Jährigen a bisserl zu schwer, deshab gab er ihm einen eigenen Namen, die Elfenfanoli. Ich dachte ich höre nicht richtig und als ich wusste wovon er redet musste ich mich stark zusammenreißen um nicht loszulachen, weil das nimmt er sehr persönlich und möchte nicht, das man über ihn lacht.


Nun seit dem heißt dieses knapp 800 Mio teure Gebäude bei uns zu Hause nur noch Elfenfanoli. Hört sich doch gut an oder? Das ist ein Mix aus Elfen und Mirakoli finde ich. Ach herrlich!!!

Was ich eigentlich erzählen wollte. Nun ja, letztes Wochenende haben wir bei strahlend schönem Wetter uns auf den Weg gemacht, uns die Elfenfanoli mal so genau unter die Lupe zu nehmen. Aber die Idee hatten 1000 andere auch, deshalb beließen wir es dabei, nur Fotos von außen zu machen. Vielleicht ist es sogar besser in der Woche her zu kommen um sich das Innere einmal anzuschauen, weil bis zum *Plaza* kommt man bis Ende Mai noch ohne Tickets rein. Also ich muss gestehen, dass die Elfi richtig toll aussah, so glänzend, zackig und alt und trotzdem neu. 

Vor 7 Jahren habe ich durch Zufall Karten  zum Richtfest bekommen. Wir wurden damals in einer kleinen Gruppe durch die riesen Baustelle geführt und man benötigte noch viel Fantasie um das Endergebnis zu erahnen. Aber die Fotos vom Besucherplattform sind toll geworden, die Aussicht auf die Landungsbrücken und den Hafen ist einmalig.

Mai 2010 Landungsbrücken


Mai 2010


Mai 2010


Mai 2010, hinten links der Michel und rechts der Fernsehturm *Telemichel* genannt.



Lange Zeit haben wir Hamburger uns über das Jahrhundertprojetkt *Elphi* gar nicht gefreut. Die Bauzeit wurde länger als geplant, die Baukosten verzehnfachten sich und viele Kleinbetriebe gingen durch den langen Baustop Pleite. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass die *Elphi* das neue Wahrzeichen von Hamburg werden sollte. Aber ich muss nun gestehen, das sie mir heute, trotz anfänglicher Skepsis, sehr gefällt und ich sie neben unseren Michel als neuen Wahrzeichen von Hamburg sehe. Jetzt haben wir eben zwei Bauwerke, die das Stadtbild prägen!

Hier noch einpaar *Elfenfanoli* Fotos vom Wochenende :

Hier sieht man die Plaza deutlich





Und wenn ihr mal in Hamburg seid, dann nichts wie hin zur Elfenfanoli.....
Alles Gute